Künftige Banker bringen Energiewende voran

Quelle: Westerwälder Zeitung vom Donnerstag, 2. April 2015, Seite 1

Wettbewerb Fachschüler entwickeln neue Bankprodukte für erneuerbare Energien in der Westerwaldregion

Montabaur. Energiewende und Bankprodukte – geht das zusammen? Genau diesem Thema stellte sich die Bankfachklasse BM13 des zweiten Ausbildungsjahres der BBS Montabaur. In einem Joint Venture mit der Maxwäll-Energiegenossenschaft haben sich die Schüler in sieben Teams überlegt, wie man die Energiewende im Westerwald voranbringen kann. Dazu haben die Auszubildenden neuartige Bankprodukte zum Wohle der Kunden und der Umwelt des Westerwaldes kreiert und sich dabei einem Wettbewerb gestellt.

In einem simulierten Kundengespräch mussten die Teams einen Kunden von ihrem neuartigen Produkt überzeugen. Bewertet wurden diese Kundengespräche anschließend von den Personalverantwortlichen der Westerwaldbank, Nassauischen Sparkasse, Kreissparkasse Westerwald, Volksbank Montabaur-Höhr-Grenzhausen, dem Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Westerwaldes (Wilfried Noll) und dem Aufsichtsratsvorsitzenden der Maxwäll eG, Friedrich Hagemann. Zur Prämierung der besten Ideen stellten die vier Bankhäuser und die Maxwäll eG insgesamt 400 Euro zur Verfügung. Den Siegerpreis in Höhe von 200 Euro konnte dabei ein Team der Kreissparkasse Westerwald für sich verbuchen. Katharina Baumann, Theresia Herborn, Kristin Herbst und Jennifer Steinborn wussten den Kunden mit einem außerordentlich pfiffigen Produkt zu überzeugen. Die zweiten und dritten Plätze gingen an Teams der Westerwaldbank, Nassauischen Sparkasse und der Kreissparkasse Westerwald. Überreicht wird der Siegerscheck auf der Generalversammlung der Maxwäll eG in Neitersen durch die Wirtschaftsministerin des Landes Rheinland-Pfalz, Eveline Lemke. Die Prämierung der siegreichen Teams nahm Friedrich Hagemann, Aufsichtsratsvorsitzender der Maxwäll eG, vor. Er betonte den außerordentlich engen Wettbewerbsausgang, lobte die Vielzahl sehr guter Ideen, mit den Banken des Westerwaldes die Energiewende weiterhin zu fördern.

In einem Schlusswort äußerte der Initiator des Projektes Stephan Vogt, Lehrer an der BBS Montabaur, die Hoffnung, dass die eine oder andere tolle Idee wirklich zu einem neuen Bankprodukt – zum Wohle der Kunden und der Umwelt des Westerwaldes – umgesetzt werden kann.

Das Team der der Kreissparkasse Westerwald siegte mit innovativen Ideen und wurde von Friedrich Hagemann ausgezeichnet. ( 3. von re)

Mensch vs. Umwelt: Diese Zahle zeigen, dass die Umwelt verliert:

Quelle:  Von in Umwelt

“Dass die Menschheit ein Problem mit Umweltverschmutzung hat, der Erderwärmung und immer aufwendig zu fördernden Ressourcen ist inzwischen bekannt. Um die Dringlichkeit der Probleme aufzuzeigen, ist es manchmal aber hilfreich, wenn diese Trends nocheinmal mit Zahlen zu Ursachen und Auswirkungen unterlegt werden.

Genau das haben jetzt der niederländische Chemiker Paul Crutzen und der Tscheche Stanisław Wacławek in einer aktuellen Zahlensammlung zur Entwicklung des Ressourcenverbauchs auf der Erde versucht……..”          weiterlesen hier

Der Original der Zahlensammlung können Sie downloaden:
[download id=”40″]

 

 

News zur Beschwerdewelle gegen Hinkley Point C

Liebe Mitstreiter,

Eine gigantische Beschwerdewelle von über 60.000 BürgerInnen und Bürgern ist dank Ihrer Unterstützung und der Solidarisierung von über dreißig Umweltschutz- und Antiatom-Verbänden herangewachsen. Wie wichtig unser Protest ist, sieht man bei einem Blick nach Brüssel: Die EU-Kommission stellte jüngst ihre Pläne für eine europäische Energie-Union vor, die der Renaissance der Atomenergie und dem Neubau von AKWs in Europa Tür und Tor öffnet. Mehr dazu erfahren Sie in unseren Kampagnen-News, auf unsere Facebook-Seite oder in den Detailinformationen weiter unten.

Seit der Veröffentlichung der Pläne zur Energie-Union ist klar: Die Billigung der Subventionen für das britische AKW Hinkley Point ist nur die Spitze des Eisberges – umso wichtiger ist es, gerade hier gegen diese skandalöse Subventionspolitik konkret vorzugehen. Deshalb werden wir unsere Beschwerdeaktion weiter fortsetzen, um – wie geplant – die angekündigten Klagen von Österreich und Luxemburg vor dem Europäischen Gerichtshof zu flankieren.

Lassen Sie uns daher jetzt den Druck der Bürgerinnen und Bürger auf die Politik weiter erhöhen und aus unserer Beschwerdewelle eine Beschwerdeflut gegen den Neubau von Atomkraftwerken auf Kosten der Steuerzahler machen: Helfen Sie mit, unsere Kampagne zu verbreiten: Kein Geld für Atom – Stoppt Brüssel!

Es grüßt Sie ganz herzlich aus Schönau

Sebastian Sladek
Vorstand der Netzkauf EWS eG

___________________________________

Detailinformationen:

Comeback der Atomenergie – Brüssel stellt Pläne für Energieunion vor

In dem Strategiepapier, das der Energiekommissar Miguel Arias Cañete und der Vizepräsident der EU-Kommission, Maros Sefcovic, Mitte Februar vorstellten, steckt jede Menge Zunder. Die vorgelegten Grundzüge der europäischen Energieunion enthalten Pläne, mit deren Hilfe sich Europa von Energieimporten unabhängiger machen will – und ein Baustein davon soll nach Meinung der EU-Kommission die Nutzung der Atomenergie sein. Damit liegt nun auf dem Tisch, was sich schon seit einiger Zeit angekündigt hatte: Die Atomkraft soll in Europa an Bedeutung gewinnen. Kommissionsvize Sefcovic kündigte bei der Vorstellung an, er werde noch dieses Jahr “einen illustrativen Ausbauplan” für AKWs in Europa vorlegen. Denn die Atomkraft sei eine klimaschonende, weil CO2-arme Technologie.

Damit bricht die EU-Kommission nicht nur mit der klaren atomkritischen Position vieler Mitgliedsstaaten, sondern auch mit ihrer eigenen Linie: Noch im Dezember 2013 sprach sie sich explizit dagegen aus, die Atomenergie aufgrund angeblich geringer CO2-Emissionen als umweltfreundliche Technologie anzuerkennen. In den kommenden Monaten entfernte sich die Kommission jedoch zunehmend von dieser Haltung. So wurde unter anderem offenbar, dass das geplante 300 Milliarden Euro schwere Wachstumspaket der EU, möglicherweise eine ganze Reihe von Atomprojekten enthalten wird: Zwischen 80 und 100 Milliarden Euro könnten demnach in den Neubau und die Renovierung von Atomreaktoren fließen. Gleichzeitig bewilligte die EU-Kommission die höchst umstrittenen Beihilfen für das neue britische AKW Hinkley Point C – wohl wissend, dass dies der Türöffner für Atomprojekte in anderen Mitgliedsstaaten sein könnte.

Wesentliche Teile dieser Richtungsänderung dürften ausgerechnet auf das Konto eines deutschen Politikers gehen: Günther Oettinger, der als Energiekommissar sich dafür einsetzte, die Atomenergie wieder in das Energie-Portfolio der EU zu bringen. Mausert sich die Energieunion nun zur Atomunion? Die Brüsseler Pläne klingen danach. Wir werden uns entschieden dagegen einsetzen. Unterstützen Sie uns dabei und lassen Sie uns gemeinsam das Comeback der Atomenergie stoppen!

Klagen über Klagen gegen Hinkley Point

Die Klagefront gegen Hinkley Point C wächst: Der Ökostromanbieter Greenpeace Energy hat eine Nichtigkeitsklage gegen die Genehmigung der Beihilfen für den AKW-Neubau beim EuG* angekündigt (Hier können unter strengen Voraussetzungen Wettbewerber wegen Wettbewerbsverzerrung klagen). Greenpeace Energy sieht den deutschen Strommarkt von den Folgen der staatlichen Förderung für Hinkley Point direkt betroffen und stützt seine Klage auf mögliche eigene wirtschaftliche Nachteile.

Schon seit Längerem hat die österreichische und luxemburgische Regierung Ihre Absicht bekannt gegeben, beim EuGH** Klage einzureichen (zugelassen sind hier nur Klagen von Organen der EU, also z. B. von Mitgliedsländern). Wir von der EWS haben uns mit unserer Beschwerde-Welle bei der EU-Kommission nicht für den juristischen, sondern für den politischen Weg entschieden, weil wir möglichst vielen Menschen die Möglichkeit geben wollen, sich dem Protest anzuschließen und ein kraftvolles öffentliches Signal zu setzen. Nichtsdestotrotz ist jeder Protest, ob juristisch oder politisch, wichtig. Insofern begrüßen wir selbstverständlich auch die Klageabsichten von Greenpeace Energy und drücken ihnen die Daumen.

Unterstützung kommt auch von anderer Seite: Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat am Rande eines Treffens der europäischen Energieminister die geplanten Subventionen deutlich kritisiert. “Wir werden auf gar keinen Fall zustimmen, dass jetzt die Atomenergie in Europa durch öffentliche Gelder, durch Steuergelder gefördert wird.” Diese Aussage mag angesichts des Abstimmungsverhaltens des deutschen Kommissars Oettinger in dieser Sache irritieren, macht aber Hoffnung, dass sich die Bundesregierung doch noch den Klagen Österreichs und Luxemburgs anschließen wird. Darum ist es gerade jetzt wichtig, mit einer möglichst großen Beschwerdewelle den Druck auf die deutsche Politik zu erhöhen, damit den Worten auch Taten folgen.

Heute keine Übergabe der Beschwerdewelle

Unser Kampagnenpartner “Change – der Film / Fechner Media” hat in seinem Newsletter zu einer Demonstration heute in Brüssel anlässlich der Übergabe der Beschwerdewelle der EWS und ihrer Kampagnenpartner aufgerufen. Hier liegt ein Missverständnis vor, für das wir uns entschuldigen möchten. Richtig ist, dass am 24. März 2015 in Brüssel eine Kundgebung gegen die Pläne die Atom-Ausrichtung der Energieunion und die Bewilligung der skandalösen britischen Subventionen für den AKW-Neubau in Hinkley Point stattfindet, an der auch Sebastian Sladek (Vorstand der Netzkauf EWS eG) teilnimmt. Die Übergabe der Beschwerdewelle wird jedoch noch nicht an diesem Tag erfolgen. Wir sind glücklich, dass die öffentliche Diskussion durch die angekündigten Klageeinreichungen an Fahrt gewinnt, und wollen noch möglichst vielen BürgerInnen und Bürgern die Möglichkeit geben, durch ihre Beschwerde den Klagen gegen die Bewilligung der skandalösen Atomsubventionen öffentlichen Druck zu verleihen. Selbstverständlich werden wir Sie hierzu rechtzeitig über den Newsletter informieren, sobald der Termin für die Übergabe feststeht.

_____________________________________

Netzkauf EWS eG
Friedrichstr. 53-55
79677 Schönau

Mikrorevolution vom Dach

Quelle:  Photovoltaik

Kleinwind — Ein BHKW oder eine Windmühle können die Photovoltaikanlage im Winter unterstützen. Ein Start-up aus Niedersachsen zeigt, wie es geht: Seine Mikrowindanlage lässt die Preise pro Kilowatt installierter Leistung deutlich purzeln. Niels Hendrik Petersen dreht Fritz Unger die Schraube von der Narbe. Er nimmt den Rotor in einem Stück ab und hält ihn vor seine Brust. In dem Rotordesign stecken fünf Jahre Entwicklungsarbeit, es ist das Know-how der jungen Gründung aus Langenhagen bei Hannover. Der 23-jährige Unger ist Geschäftsführer von Fu Systems und Erfinder der Anlage. Er ist getrieben von dem Gedanken, den deutschen Kleinstwindmarkt mit seiner Skywind-Anlage umzukrempeln. „Der Rotor ist aus Duraluminium und wiegt nur 700 Gramm“, sagt Unger und fordert: „Heben Sie ihn ruhig an.“ Das Material wird auch in der Luftfahrttechnik eingesetzt. Der mattgraue Flügel fühlt sich leicht rau an. Er ist mit einem Pulver beschichtet und drei Millimeter dünn. „Genau darum reflektiert der Rotor kaum Licht, wenn er sich in der Sonne dreht“, beschreibt Unger. Im Windjargon heißt diese permanent auftretende Reflexion „Diskoeffekt“…..

lesen sie hier weiter.

De Artikel aus der Photovoltaik  können Sie hier herunterladen :
[download id=”39″]

Echte Energiewende ist nur mit Erneuerbaren Energien möglich

Quelle: Unendlich viel Energie

Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Fukushima am 11. März erinnert an Risiken und Kosten der Atomkraft.

Berlin, 9. März 2015 – Vier Jahre nach Beginn der Reaktorkatastrophe von Fukushima ist klar: Die Atomkraft ist weder günstig noch nachhaltig. „Fukushima zeigt uns, dass Atomkraft letztlich immer nur auf Kosten der Umwelt, der Allgemeinheit und der kommenden Generationen betrieben werden kann. Eine Energiewende, die das Klima schützt und Kosten reduziert, ist nur mit Erneuerbaren Energien möglich.“, sagt Philipp Vohrer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien (AEE).

Bis heute sind die havarierten Reaktoren des Atomkraftwerks Fukushima Daiichi in Japan nicht vollständig unter Kontrolle. Noch immer tritt radioaktiv verseuchtes Wasser aus. In und um die Sperrzone herum ist es fast 80.000 Bewohnern nicht gestattet, wieder in ihrer Heimat zu wohnen. Die langfristigen Folgen für Umwelt, Gesundheit sowie die regionale Land- und Fischereiwirtschaft sind noch längst nicht absehbar.

Unfall auf Kosten der Allgemeinheit
Derweil explodiert die Schadenssumme des Unfalls: Nach Schätzung von Professor Kenichi Oshima von der Ritsumeikan Universität in Kyoto belaufen sich die allein bis heute entstandenen Kosten auf umgerechnet rund 84 Milliarden Euro. „Der AKW-Betreiber Tepco hat davon lediglich 16,6 Milliarden gezahlt. Für den Rest kommt die Bevölkerung auf, weiß aber darüber kaum Bescheid“, erklärt der Umweltökonom, der die japanische Regierung nach der Katastrophe zu den Kosten der Atomkraft beraten hatte. Seinen Recherchen nach werden etwa die Entschädigungszahlungen an die Opfer der Katastrophe auf die Stromverbraucher umgelegt, genauso wie die Kosten für die Aufräum- und Eindämmungsarbeiten an den Reaktoren. Die Zwischenlagerung von Dekontaminationsabfällen aus der betroffenen Region wird aus dem Staatshaushalt, also mit Steuermitteln finanziert.
Massive Atomsubventionen in Europa
In Deutschland steht nach dem erneuten Atomausstiegsbeschluss von 2011 erstmals die Abschaltung weiterer Meiler bevor. So wird im Mai dieses Jahres das Kraftwerk Grafenrheinfeld endgültig vom Netz gehen. Auf einem europäischen Strommarkt gilt es jedoch, auch die EU-Partnerländer vom Atomausstieg zu überzeugen. Denn massive neue Subventionen für die Atomkraft stehen einer europäischen Energiewende entgegen. So subventioniert etwa die britische Regierung den neuen Kraftwerksblock Hinkley Point C mit 35-jährigen Abnahmegarantien weit über dem Marktpreis inklusive Inflationsausgleich sowie Kreditgarantien und Entschädigungen bei Ertragsausfall. „Dass die Atomkraft nach mehr als 60 Jahren hochsubventionierter Entwicklungsgeschichte immer noch so teuer ist, zeigt, dass sie geradezu ein Fass ohne Boden ist“, sagt Philipp Vohrer.
Trotz Atomausstieg werden auch in Deutschland die gesellschaftlichen Altlasten der Kernkraft noch lange bestehen bleiben. Ungeklärt sind nach wie vor die Kosten und Risiken für die Endlagerung nuklearer Abfälle. Auch der Rückbau der stillgelegten Reaktoren wird sich über Jahrzehnte hinziehen. „Ob die Rückstellungen der Energiekonzerne dafür reichen, ist mindestens fraglich. Es bleibt zu befürchten, dass letztlich die Steuerzahler für den Löwenanateil aufkommen müssen“, so der AEE-Geschäftsführer.
Erneuerbare Energien immer günstiger
Die Erneuerbaren Energien hingegen haben sich insbesondere Dank der bisherigen Förderung stark vergünstigt. Die Einspeisesätze für Wind und Sonne liegen mit etwa 10 Cent pro Kilowattstunde schon heute unter den von der britischen Regierung geplanten Abnahmegarantien für Atomstrom aus Hinkley Point. Nach aktuellen wissenschaftlichen Schätzungen wird dieser Trend noch lange anhalten. So werden für die kommenden 20 Jahre Kostensenkungen bis zu 33 Prozent in Deutschland prognostiziert. Für 2050 wird der Preis für Solarstrom in Mittel- und Südeuropa sogar auf zwei bis vier Cent je Kilowattstunde veranschlagt. Philipp Vohrer ist sich sicher: „Durch Förderung von Erneuerbaren Energien unterstützen wir eine Entwicklung, die das Klima für die Zukunft schützt und die Allgemeinheit vor Kosten und Risiken bewahrt – eine wirklich nachhaltige Investition.“

AEE

 

Online-Version dieser Pressemitteilung:
http://www.unendlich-viel-energie.de/presse/pressemitteilungen/echte-energiewende-ist-nur-mit-erneuerbaren-energien-moeglich

 

Pressekontakt:
Agentur für Erneuerbare Energien
Ryotaro Kajimura
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel:   030 200535 57
Mail: r.kajimura@unendlich-viel-energie.de

Scheer, Gabriel und die Energiewende

Quelle: Franz Alt  www.sonnenseite.com

Als sich Hermann Scheers Todestag zum ersten mal jährte, hielt Sigmar Gabriel im Berliner Willy-Brandt-Haus die Gedenkrede.

Er pries den Solarpionier Scheer als Vorbild für die ganze Partei, der weltweit für die Energiewende gekämpft habe und der als erster begriffen hatte, dass das Solarzeitalter eine große Chance für die ganze Menschheit sei. Und nun: Was macht Gabriel selbst nachdem er in Deutschland seit einem Jahr die politische Verantwortung für die Energiewende hat?

Er will ein Klimaheld sein, aber als Wirtschaftsminister auch den Bossen und als SPD-Vorsitzender auch noch gleichzeitig den Gewerkschaften gefallen. Kann das gut gehen und kann das überhaupt gehen?

Gabriel will allen gefallen. Das muss man wohl, wenn man Bundeskanzler werden will. In seinem Buch „Zurück zur Politik“ aus dem Jahr 1995 empfiehlt Hermann Scheer etwas ganz anderes: Ein Politiker darf nicht allen gefallen wollen, folge Deinem inneren Kompass, setzte Prioritäten, die mit Deinem Gewissen vereinbar sind, kämpfe für Deine Ideale, taktiere nicht nur, sondern verfolge Deine Strategie. Die Wähler werden diese Gradlinigkeit honorieren.

Gerhard Schröder hatte Hermann Scheer einmal als „gefährlich“ bezeichnet, weil „Du nicht  nur Ideale hast, sondern sie auch noch ernst nimmst.“ So ähnlich hat wohl auch Sigmar Gabriel über Hermann Scheer gedacht als er als deutscher Umweltminister zu verhindern wusste, dass Scheer Gründungspräsident von IRENA wurde, obwohl er dafür von mehreren ausländischen Regierungen vorgeschlagen war. Scheer war immer sicher, dass wir im Angesicht des Klimawandels und den Folgekosten die Energiewende so rasch wie möglich erkämpfen müssen – er hielt sie in Europa bis 2040 für möglich und weltweit bis 2050. „100 % jetzt“ forderte er in seinem letzten Buch kurz vor seinem Tod.

Doch Gabriel bremst, er stolpert über seine eigenen Kompromisse. Der Wirtschaftsminister gibt ein Tempo vor, das die Energiewende frühestens in 100 Jahren ermöglicht. Knapp, sagt dazu Hermann Scheer, sind nicht die erneuerbaren Energien, knapp ist die Zeit, die uns noch bleibt. Gabriel argumentiert: „Wir können nicht gleichzeitig aus Atom und aus Kohle aussteigen“.

Hingegen Hermann Scheers Forderungen zusammengefasst:

  • Rasche Umstellung von Energie- und Rohstoffbasis auf erneuerbare und dauerhaft verfügbare und preiswerte Ressourcen
  • Eine Weltwirtschaftsordnung, die soziale und ökologische Eigeninitiativen von Staaten schützt und fördert
  • Strategien zur Entflechtung von Monopolen in der Wirtschaft, in politischen Institutionen und Medien
  • Eine neue Weltagrarordnung ohne Saatgutmonopole und Genpatentierung
  • Die Förderung von Konzepten für ökologisches Bauen und ökologische Verkehrssysteme
  • Den Ersatz der NATO durch eine eigenständige Sicherheitspolitik der Europäischen Union, vollständige atomare Abrüstung.

Nur so, meinte Hermann Scheer schon vor bald 20 Jahren, sei „eine archimedische Wende gegen den Zerfall der Demokratie“ möglich. Selten in der Weltgeschichte hat ein Politiker so recht bekommen. Politiker wie Sigmar Gabriel denken primär an die nächste Wahl –  dafür demontieren sie auch gewachsene Sozialsysteme, opfern die Handlungsspielräume demokratischer Politik und erzeugen Staats-, Demokratie- und Parteienverdrossenheit.  Hermann Scheer hingegen wollte langfristige Zukunftssicherung durch einen sozialökologischen Generationenvertrag. Er dachte primär an die nächste Generation.

Was ist wichtiger: Die nächste Wahl oder die nächste Generation?

Hermann Scheer
Hermann Scheer


Gedenken an den EUROSOLAR-Ehrenpräsidenten

Am 29. April 2014 wäre Hermann Scheer 70 Jahre alt geworden. Der Träger des Alternativen Nobelpreises wurde im Alter von 66 Jahren mitten aus einem Leben voller Ideen undInitiativen gerissen. In über 30 Jahren als Abgeordneter konnte er mit Mut, Weitblick und Entschlusskraft auf vielen Feldern den politischen Diskurs des Landes prägen. Allem voran hat der EUROSOLAREhrenpräsident die Energiewende Wirklichkeit werden lassen, die er früh als ökologisch und auch friedenspolitisch notwendig erkannt hatte. Er war Vordenker und Antreiber, Reformer und Revolutionär. Mit der Erinnerung an ihn verknüpft ist der Gedanke an ein gewaltiges Lebenswerk. EUROSOLAR dankt für die große Resonanz und Anteilnahme sowie den vielseitigen Erinnerungen an den Gründer und Ehrenpräsident.

 

Wie es in Zukunft mit dem Stegskopf weiter gehen soll

Quelle:  RZ Altenkirchen, Betzdorf, Donnerstag, 4. Dezember 2014, Seite 21

W I E   E S   I N   Z U K U N F T
M I T   D E M   S T E G S K O P F  W E I T E R    G E H E N   S O L L
Konversion Kreise und Bundesanstalt für Immobilien informieren

Daaden. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) sowie die Kreisverwaltungen Altenkirchen und Westerwald richten gemeinsam eine Informationsveranstaltung zur Zukunft des Stegskopfs aus:. Themen sind der aktuelle Sachstand der Konversion auf dem Gelände des ehemaligen Truppenübungsplatzes bei Daaden und die künftigen Nutzungsmöglichkeiten des Areals.

Dabei geht es insbesondere auch um den Status des Nationalen Naturerbes und die weitere Vorgehensweise hinsichtlich Lager und Mobilmachungsstützpunkt. Die Veranstalter hoffen auf zahlreiche Interessierte am Mittwoch, 17. Dezember, 17 Uhr, im Bürgerhaus in Daaden.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Landrat Michael Lieber gibt es anschließend Informationen zu den folgenden Themenbereichen – aktueller Sachstand zu den Aspekten Sicherheit und Kampfmittelbelastung: Christian Tölle und Claus Niebelschütz von der BImA, Peter Deipenbrock von der Ordnungsbehörde des Landkreises Altenkirchen und Andreas Müller von der OFD Niedersachsen, der Leitstelle des Bundes für Kampfmittelräumung, stellen ein strategisches Handlungskonzept vor. Alfred Walter erörtert für das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit die Planungen zum Nationalen Naturerbe Stegskopf.

Als Vertreter der anerkannten Naturschutzverbände wird Harry Neumann (BUND) die Chancen für die Natur im Nationalen Naturerbe und für eine naturverträgliche Nutzung beleuchten.

Auch der Zweckverband Stegskopf gibt Auskunft. Die übrigen Gemeinden aus dem WW-Kreis und dem AK-Land informieren zudem über die bisherigen Verfahrensstände und können außerdem selbst Fragen stellen.

Neben Kommunalpolitikern, Vertretern des Umwelt- und Wirtschaftsministeriums aus Mainz und interessierten Landwirten sind Interessierte, Bürgerinitiativen und Umweltverbände zu dieser offenen Infoveranstaltung eingeladen.

Leader kann die Tür zu Fördergeldern öffnen – Jeder ist aufgerufen mitzumachen!

Quelle: RZ Altenkirchen, Betzdorf, Donnerstag, 4. Dezember 2014, Seite 13:

I D E E N B Ö R S E : Jetzt für Workshops anmelden
Redakteur Elmar Hering

Kreis Altenkirchen. Noch gut acht Wochen. Die Zeit drängt. Ende Januar muss das Bewerbungskonzept in Mainz vorliegen. Sechs Verbandsgemeinden aus dem AK-Land haben sich zusammengetan und möchten als Naturraum Sieg/Oberer Westerwald eine von vielen Leader-Regionen im Land werden. Es winken originäre EU-Fördergelder in Höhe von fast drei Millionen Euro.

Moderiert von den erfahrenen Büros CDI-Projekte (Friedrichshafen) und Neuland (Schwäbisch Hall) haben die sechs VGs und der Kreis bereits gute Vorarbeit geleistet. Mit von der Partie sind die Verbandsgemeinden Altenkirchen, Hamm, Wissen, Betzdorf und Kirchen sowie der Daadener Teil der VG Herdorf-Daaden. Mehr als 1000 Einladungsbriefe wurden verschickt, mehrere Bürgermeister befragt, rund ein Dutzend Interviews mit Wirtschafts- und Sozialpartnern geführt. Trotz des engen Fahrplans werden die nächsten Schritte getragen von einem gesunden Optimismus. „Ja, wir wollen das jetzt. Das ist eine echte Entwicklungschance für den Kreis“, sagen Berno Neuhoff, Leiter der Abteilung Demografie, Regional- und Kreisentwicklung, und sein Stellvertreter Lars Kober (Projektleiter). Vor allem bei Letzterem laufen viele organisatorische Fäden zusammen, nicht minder gefordert ist der Kreisbeigeordnete Günter Knautz als momentaner Leiter der sogenannten Steuerungsgruppe.

Derzeit zeichnen sich in ganz Rheinland-Pfalz 20 Bewerbungen ab, 15 sollen bis etwa Ende April von einer unabhängigen Jury den Zuschlag erhalten. Ob die Bewerbung des Naturraums Sieg/Oberer Westerwald von Erfolg gekrönt sein wird, hängt in erster Linie vom Engagement der Bürgerschaft ab. Menschen mit Ideen sind gefragt, Vereinsvertreter mit Visionen, Unternehmer mit Investitionsvorschlägen. In der kommenden Woche wird es in Hamm, Wissen, Daaden und Kirchen vier Workshops geben, bei denen Freiwillige mitarbeiten können. Ziel ist eine aussagekräftige Entwicklungsstrategie – gleichsam Grundlage für die Bewerbung und im Erfolgsfall Richtschnur für die förderfähigen Projekte. „Mit solchen partizipatorischen Ansätzen hat der Kreis schon Erfahrungen sammeln können, zum Beispiel beim Klimaschutzkonzept“, erinnert Berno Neuhoff.

Die vier Workshops (jeweils 18 bis 21 Uhr) sind thematisch ausgerichtet: Am Dienstag, 9. Dezember, geht es im Kulturhaus Hamm um „Tourismus & Direktvermarktung“. Am Mittwoch, 10. Dezember, im Kulturwerk Wissen lautet die Überschrift „Landwirtschaft, Energie, Natur“. Am Donnerstag, 11. Dezember, stehen im Bürgerhaus Daaden „Wirtschaft & Bildung“ im Mittelpunkt. Der vierte Workshop am Freitag, 12. Dezember, in der VG-Verwaltung in Kirchen befasst sich mit „Leben im Dorf“. Das Interesse scheint groß zu sein. „Zwischen 20 und 30 Personen haben sich schon für die einzelnen Workshops angemeldet“, sagt Lars Kober zufrieden, „aber natürlich können noch mehr hinzukommen.“ Generell, aber ganz besonders zum letztgenannten Workshop, wünscht er sich die engagierte Mitarbeit junger Leute. Deswegen soll noch einmal verstärkt die Werbetrommel gerührt werden, etwa über die Jugendpfleger.

An Ansatzpunkten für kleine und große Projektideen dürfte es also nicht mangeln. Vom Wirtschaftsweg bis zum schnellen Internet, vom Biotop bis zum Ferienangebot – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Neuhoff weiß aber auch: „Das Leader-Prinzip verlangt von den Ortsgemeinden die Fähigkeit, über den Tellerrand zu schauen und in konkreten Projekten zu kooperieren.“ Dass sich die Problemlagen ähneln, macht die Sache nur bedingt leichter. Kreisweit drängend ist zum Beispiel der demografische Wandel, jedoch nicht überall gleich stark, wie aktuelle Statistiken belegen: So gehen Berechnungen für die Jahre zwischen 2010 und 2030 davon aus, dass die Bevölkerung im Kreis Altenkirchen um 10,3 Prozent schrumpfen wird (mit Wanderung), das ist fast doppelt so viel wie im Landesdurchschnitt (minus 5,8 Prozent). Während jedoch die VGs Altenkirchen (minus 7,0 Prozent) und Hamm (minus 8,8 Prozent) noch relativ gut dastehen, liegen die VGs Betzdorf (10,8 Prozent), Wissen (13,9 Prozent), Kirchen (14,0 Prozent) und Daaden (15,2 Prozent) im negativen Sinne über dem Kreisdurchschnitt.

Anmeldungen an Lars Kober, Tel. 02681/812 081, E-Mail regionalentwicklung@kreis-ak.de