Niederländer bauen Fahrradweg aus Solarmodulen

„Es ist schon merkwürdig: Wir baggern nach Kohle, pumpen Öl aus dem Boden – dabei schickt uns die Sonne Tag für Tag zehntausendmal mehr Energie, als die Menschheit verbraucht. Viele Energieprobleme wären gelöst, würden wir unsere Städte mit Solarzellen pflastern…..“

weiterlesen:

http://green.wiwo.de/energie-revolution-hollaender-bauen-fahrradweg-aus-solarmodulen/

und: http://www.solaroad.nl/en/

 

Akteure der Bürgerenergie bündeln ihre Kräfte

Neuer Rat für Bürgerenergie gewählt
Fulda/Berlin, 20. Oktober 2014.
Das Bündnis Bürgerenergie (BBEn) e.V. hat am Wochenende den
ersten Bürgerenergie-Konvent mit 140 Teilnehmern aus ganz Deutschland veranstaltet und die Energiewende-Debatte neu belebt. Im Zentrumder Vorträge und Diskussionsforen stand die bessere Vernetzung der Bürgerenergie-Akteure und deren Wissen, die Beantwortung dringender Fragen der Energiewende in Bürgerhand sowie aktuelle energiepolitische Entwicklungen. Am Ende der zweitägigen Konferenz wurde von den Fördermitgliedern der achtköpfige Rat für Bürgerenergie gewählt, der das Bündnis fachlich unterstützen wird.
„Als BBEn ist es unsere Aufgabe und unser Ziel, die Bürgerenergie-Akteure zu informieren und zu vernetzen. Die Dynamik, die beim Konvent entstanden ist, zeigt uns, wie wichtig eine Plattform für den gegenseitigen Erfahrungsaustausch ist“, sagte Dr. Thomas E. Banning, Vorstandsvorsitzender des BBEn. Die Herausforderung, Bürgerenergie unter den aktuellen energiepolitischen Rahmenbedingungen weiterzuentwickeln und auszubauen, sei groß – und damit ein koordiniertes und gemeinsames Auftreten besonders wichtig. „Wir werden unsere Synergien nutzen“, bekräftigt Banning. Im System der alten, zentralen Strukturen waren der Bürgerenergie vielfach Steine in den Weg gelegt worden, dennoch habe sie ihren Weg erfolgreich beschritten und ließe sich auch durch die neuerlichen Attacken ihrer Gegner nicht mehr ausbremsen. Die Vielfalt in der Gesellschaft bringt eine Vielfalt an richtigen und wichtigen Ideen für die Zukunft der Energieversorgung – sie zu koordinieren, ihrem Engagement einen gemeinsamen Raum zu geben, dafür wurde das BBEn
gegründet und dafür wurde der Konvent ins Leben gerufen.
Die Energiebürger treiben die Energiewende voran Etwa die Hälfte aller Investitionen in Erneuerbare Energien wurde von Bürgern getätigt. Das BBEn will noch mehr Bürger in die Energiewende einbeziehen und die dezentrale Energieversorgung ausbauen; die gegenwärtig hohe Akteursvielfalt ist ein Verdienst der Bürgerenergie. Mit dem neu
gewählten Rat für Bürgerenergie erhält dieser Anspruch eine noch stärkere Stimme.
Zusammengesetzt aus den Reihen der Fördermitglieder des BBEn, bündelt er Expertise und
Erfahrungen aus unterschiedlichsten Bereichen vom Bürgerwindparkbetreiber über
Netzkaufinitiativen bis hin zu Genossenschaftsforschern und Solarpionieren. Die acht Räte werden mit ihrer Kompetenz den Diskurs entscheidend mitgestalten und maßgeblich dazu beitragen, die Kultur der Bürgerenergie weiterzuentwickeln.

Das gemeinnützige Bündnis Bürgerenergie (BBEn) e.V. ist Vordenker der dezentralen Energiewende in Bürgerhand. Das BBEn setzt sich für eine verbrauchsnahe Energieerzeugung und Direktversorgung der Verbraucher durch regenerative und dezentrale Energien ein, bei denen die Bürger Anteil und Einfluss haben. Im BBEn schließen sich lokale, regionale und bundesweit agierende Netzwerke, Organisationen und Unternehmen zusammen. Es wurde im Januar 2014 gegründet und zählt derzeit rund 80 Mitglieder.

Die Namen der Räte der Bürgerenergie (Foto v. li.) Jakob R. Müller, Forschungsnetzwerk Energiegenossenschaften Kai Hock, HEG Heidelberger Energiegenossenschaft eG Horst Leithoff, Bürgerwindparksbetreiber, Schleswig-Holstein Stefanie Usbeck, Windfang eG, Niedersachsen Erhard Renz, MPS Energie Institut MetropolSolar Rhein-Neckar e.V., Baden-Württemberg Felix Benjamin Schäfer, Bürgerwerke eG, Baden-Württemberg Luise Neumann-Cosel, BürgerEnergie Berlin eG, Berlin Nicht auf dem Bild: Weert Canzler, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Berlin

Die Namen der Räte der Bürgerenergie (Foto v. li.)
Jakob R. Müller, Forschungsnetzwerk Energiegenossenschaften
Kai Hock, HEG Heidelberger Energiegenossenschaft eG
Horst Leithoff, Bürgerwindparksbetreiber, Schleswig-Holstein
Stefanie Usbeck, Windfang eG, Niedersachsen
Erhard Renz, MPS Energie Institut MetropolSolar Rhein-Neckar e.V., Baden-Württemberg
Felix Benjamin Schäfer, Bürgerwerke eG, Baden-Württemberg
Luise Neumann-Cosel, BürgerEnergie Berlin eG, Berlin
Nicht auf dem Bild: Weert Canzler, Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung, Berlin

Pressekontakt:
Bündnis Bürgerenergie (BBEn) e.V.
Fabian Zuber
Geschäftsführer
Invalidenstraße 91, 10115 Berlin
Tel.: 0176 – 20 05 92 18
Fabian.Zuber@buendnis-buergerenergie.de
www.buendnis-buergerenergie.de

Ein schwarzer Tag fürs Klima

Gemessen an 1990 will die EU bis 2030  „mindestens 40 Prozent“ weniger Treibhausgase in die Luft blasen. Das klingt viel, aber es hätten 60 % sein müssen, wenn der globale Temperaturanstieg auf unserer Erde bis zum Ende unseres Jahrhunderts nicht mehr als zwei Grad steigen soll – was der letzte Klimagipfel beschlossen hatte.

So aber wird die Temperatur um bis zu fünf Grad höher sein als heute, wenn der Rest der Welt nicht ehrgeizigere Ziele beschließt. Das war ein schwarzer Tag für Europa. Der bisherige Vorreiter beim Klimaschutz wird zur lahmen Ente.
Das heißt konkret und praktisch: Wir werden in Deutschland im Sommer Temperaturen von bis zu 48 Grad bekommen, was sich kaum jemand vorzustellen vermag.
Die langfristige Folge: Europa wird Afrika und Afrika wird unbewohnbar. Die Befürchtung des letzten UNO-Klimagipfels könnte Realität werden: 200 Millionen Klima-Flüchtlinge werden über den Nachbarkontinent irren und Wege nach Europa suchen. Wohin sollten sie denn sonst? Sie werden zu denen fliehen, welche den Klimawandel verursacht haben. Das sind nicht die Afrikaner, sondern wir, die etwa zwanzigmal mehr Energie verbrauchen als sie. Wer das Klima zerstört, wird zwangsweise Klimaflüchtlinge ernten. Zudem wird der Umbau zur solaren Industriegesellschaft verantwortungslos verzögert. Das bedeutet weniger Wachstum und weniger Arbeitsplätze.

Die Ursache: Wir verbrennen heute an einem Tag so viel Kohle, Gas und Öl wie die Natur in einer Million Tagen geschaffen hat. Klaus Töpfer vermutet, dass schon heute 18 Millionen Klimaflüchtlinge über unseren südlichen Kontinent umherziehen, zum Beispiel auf der Suche nach einer Wasserstelle.

Am Nord- und Südpol schmelzen die Gletscher fünfmal schneller als noch vor 15 Jahren vermutet. Täglich verlieren wir bis zu 150 Tier- und Pflanzenarten. Und der renommierte Meeresforscher Mojib Latif hat sein neues Buch „Das Ende der Ozeane“ genannt.

In dieser für den Planeten und alles Leben dramatischen Situation vertagt der bisherige Klimaschutz-Vorreiter EU die Zukunft unserer Kinder und Enkel. Damit wird auch der Umbau zur solaren Industriegesellschaft verantwortungslos verzögert, was weniger Wachstum und weniger Arbeitsplätze bedeutet.

Die Lösung des Problems ist schon lange bekannt. Sie besteht in drei Schritten.

  • Erstens im raschen Umstieg auf erneuerbare Energie,
  • zweitens im Energiesparen und
  • drittens in mehr Energie-Effizienz.

Doch bei allen drei Schritten ist der Brüsseler Kompromiss – 40% weniger Treibhausgase, 27% Einsparung und 27% erneuerbare Energie – zu wenig ambitioniert, um wenigstens noch das Schlimmste an der Klimakatastrophe zu verhindern.
Der Ausbau der erneuerbaren Energien zwischen 2000 und 2012 in Deutschland sowie die großen Fortschritte der Energiewende in Dänemark und Schweden aber auch seit zwei Jahren in China und  Kalifornien beweisen, dass die EU mit ihren technologischen Möglichkeiten bei der „Überlebensfrage der Menscheit“ (Angela Merkel) weit mehr tun könnte. Das Atom-Land England und das Kohle-Land Polen haben ehrgeizigere Ziele verhindert.

Aber auch Deutschland fördert  zurzeit eher die Kohle als die erneuerbaren Energien und hatte deshalb schlechte Karten in Brüssel.

Der Gipfelchef Herman van Rampuy hatte zum Gruppenfoto der Regierungschefs seine sechs Enkelkinder mitgebracht. Er wollte deutlich machen, worum es beim Klimaschutz geht: Um die Zukunft der nächsten Generationen. Doch das kleinste Kind weinte. Es hatte viel Grund dazu.

Strom, regional und aus erneuerbaren Energien, bis in Ihre Wohnung!

karte_homepage

Der regionale Stromtarif
der Maxwäll-Energie Genossenschaft eG

In den letzten Wochen wurden u.a. an der Verbesserung der Darstellung der Stromherkunft und an den Inhalten auf der zentralen Bürgerwerke-Webseite gearbeitet. Mit dieser Mail möchten wir Sie gerne über die Neuigkeiten informieren und Sie motivieren den Stromanbieter zu wechseln! Sichern Sie die Zukunft der Energiewende aus dezentralen erneuerbaren Anlagen und kaufen Sie Maxwäll-Energie Bürgerwerke Strom.

Auf den Zentralen Seiten der Bürgerwerke eG (unsere Dachgenossenschaft für den Stromvertrieb) finden Sie :

Was ist neu?

  • Erzeugungsanlagen und Hintergrundgeschichten
    Vor dem Hintergrund, dass die ersten Mitgliederanlagen in Belieferung gehen, stellen wir nun auch die entsprechenden Anlagen zusammen mit den jeweiligen Energiegenossenschaften vor. Dazu war ein Fotograf vor Ort und es wurde die Hintergrundgeschichte der BEG bzw. der Anlage aufgenommen. Das Ergebnis finden ihr hier: http://buergerwerke.de/strom-beziehen/unser-strom/unsere-erzeuger/
  • Stromqualität
    Zum Thema der Stromqualität gibt es nun eine kleine Tabelle, die die Vorteile des Bürgerwerke-Stroms darstellt. Hier werden wir in Zukunft noch weitere Information hinterlegen, sodass Interessenten auf die einzelnen Merkmale klicken können und mehr über das jeweilige Merkmal erfahren können: http://buergerwerke.de/strom-beziehen/unser-strom/unsere-stromqualitaet/
  • Performanceverbesserungen
    In den letzten Tagen wurde außerdem an der Performance der Seite gearbeitet, damit die neuen Inhalte (v.a. die Bilder) schneller abgerufen werden können. Wir konnten eine spürbare Verbesserung feststellen und hoffen, dass dies auch bei euch bemerkbar ist.
  • Häufige Fragen
    Die (aus der bisherigen Erfahrung) häufigsten Fragen von Stromkunden werden nun auf einer neuen Unterseite dargestellt. Die Fragen sind in vier Kategorien eingeteilt: Die Bürgerwerke | Der Strom der Bürgerwerke | Der Wechsel | Nach dem Wechsel
    Hier wäre es sehr interessant zu erfahren, ob eurer Meinung nach wichtige Fragen fehlen:
    http://buergerwerke.de/strom-beziehen/unser-strom/haeufige-fragen/
  • Unsere Partner
    Um als seriöser und verlässlicher Stromversorger wahrgenommen zu werden, der sich für die Bürgerenergiebewegung einsetzt, stellen wir nun auf einer neuen Unterseite die Partner der Bürgerwerke kurz vor:
    http://buergerwerke.de/strom-beziehen/die-buergerwerke/unsere-partner/
  • Online-Formular
    Um einen schnellen Online-Wechsel zu ermöglichen, den Wechselprozess zu beschleunigen und weniger Papier und Porto zu verbrauchen, werden wir in Kürze das bereits angekündigte Online-Formular auch in den bereits eingebundenen Tarifkalkulator einbinden.

Gegen den Wind: Gastbeitrag von Claudia Kemfert

Ein Gastbeitrag von Claudia Kemfert, erstmals veröffentlicht in der Süddeutschen Zeitung am 5. August 2014.
mit Genehmigung vom Büro Kemfert hier veröffentlicht

Warum deutsche Unternehmen so oft die Energiewende schlechtmachen und warum man nicht auf sie hören sollte.

Mal wieder ist die Energiewende schuld. Die Bürger hören von der Energiewende, die zumindest eine Zeit lang als das wichtigste wirtschaftspolitische Projekt seit dem Wiederaufbau galt, nur noch, wenn irgendjemand jammert oder – schlimmer noch – eine schlechte Nachricht zu überbringen hat. Dann heißt es: Der Ökostrom ist schuld. Oder: Die Energiewende überfordert. Oder: Das EEG ist ineffizient, zu teuer. Da ist es schon fast egal, ob das, was es zu beklagen oder zu rechtfertigen gilt, überhaupt in irgendeinem Zusammenhang mit dem Beklagten steht. So ist das eben, wenn man einen Sündenbock sucht.

Dieser Tage war beispielsweise im Spiegel zu lesen, die Unternehmen würden wegen der hohen Energiepreise in die USA abwandern – allen voran die BASF. Eon-Chef Johannes Teyssen warnt parallel dazu in einem Wirtschaftsblatt vor den hohen Preisen durch die Energiewende und die damit einhergehenden Belastungen für die deutschen Unternehmen. Wenn es doch so einfach wäre. Schade nur, dass die Welt komplexer ist. Wobei sich die Lage dem kritischen Zeitungsleser durchaus einfach erklären lässt.

Zum Beispiel so: Wenn ein Konzern behauptet, er müsse „wegen der hohen Strompreise“ abwandern, dann zeigt die Konzernführung damit allerhöchstens strategische Ignoranz den wahren Problemen gegenüber – oder fährt ein raffiniertes Ablenkungsmanöver. Fakt ist: Stromkosten machen im Schnitt etwa drei Prozent des Unternehmensumsatzes aus. Andere Kosten sind deutlich höher. Einzelne – energieintensive – Unternehmen haben in der Tat hohe Energiekosten; genau die sind aber umfassend von nahezu allen politisch motivierten Zahlungen ausgenommen: der Ökosteuer, dem Emissionsrechtehandel und nicht zuletzt von den Zahlungen des EEG. Gerade diese Unternehmen profitieren zudem von den aktuellen, historisch niedrigen Strompreisen an der Börse. Wenn Unternehmen tatsächlich Abwanderungspläne hegen, dann ganz sicher nicht wegen der (niedrigen oder nur geringfügig höheren) Strompreise, sondern wohl eher wegen Lohn- oder Produktionskosten, weil im Ausland Steuererleichterungen locken oder weil die zentralen Absatzmärkte inzwischen nicht mehr in Deutschland oder Europa liegen.

Die einzigen Energiekosten, die manches Unternehmen tatsächlich belasten dürften, sind die Kosten für Gas und Öl. Gerade Letztere sind in der Tat massiv gestiegen. Darüber liest man allerdings kaum Klagen. Kein Wunder, für die steigenden Ölpreise ist die „unsichtbare Hand“ des Marktes verantwortlich, und die Preissteigerung ist wenig überraschend. Im Gegenteil: Wir wissen seit einem halben Jahrhundert, dass das fossile Zeitalter seinem Ende zugeht. Eben darum suchen wir ja nach neuen Energiequellen. Das Beste an den erneuerbaren Energien ist, dass ihre Preiskurve nicht wie beim Öl und Gas zwangsläufig nach oben geht, sondern seit vielen Jahren rapide sinkt. Energie aus Wasser, Wind, Sonne oder Biogas wird immer billiger, je mehr wir davon produzieren.

Die alten Kraftwerke rechnen sich nur noch, weil politisch nachgeholfen wird.

Dass ausgerechnet die BASF keine Gelegenheit auslässt, die Energiewende für überhöhte Gaspreise verantwortlich zu machen (obwohl die Gaspreise nun wirklich nichts mit der Energiewende zu tun haben), ist besonders absurd. Nicht nur weil der Chemiekonzern als Zulieferer der Öko-Energiebranche in hohem Maß von der Energiewende profitiert, sondern auch weil die BASF selbst für hohe Gaspreise in Deutschland mitverantwortlich ist: Der Konzern aus Ludwigshafen ist nämlich am North-Stream-Konsortium beteiligt, jener Ostsee-Pipeline, durch die Gas von Russland nach Deutschland transportiert wird. Um den kostspieligen Bau der Pipeline für Investoren lukrativ zu machen, haben die wirtschaftlich Beteiligten mit den Abnehmern auf einen sehr langen Zeitraum Verträge geschlossen. Darin festgelegt: die Gaspreise! Diese heute als „zu teuer“ zu brandmarken, ist zwar richtig; nur die Ursache liegt eben nicht in der Energiewende.

Man könnte über derlei Vertuschungsversuche für vielfältiges Manager-Versagen lachen, wenn die Lage nicht so ernst und die Versuche so wirkungsvoll wären. Möglicherweise sind die lautstarken Kritiker der Energiewende nämlich ausgesprochen raffiniert. Denn hinter dem Gejammer stecken versteckte Wirtschaftsinteressen, der Versuch, weitere Subventionen von der Politik zu erpressen.

Im Strommarkt geht es um sehr viel Geld. Das macht weniger den Abnehmern Sorgen als den Anbietern. Die großen Energiekonzerne haben das Projekt „Energiewende“ in den letzten Jahren nicht ernst genug genommen. Doch inzwischen sind die erneuerbaren Energien eine relevante Marktkraft geworden. Alte, ineffiziente Kraftwerke, die auf fossile Energien setzen, rechnen sich nicht mehr, weil der Strompreis an der Börse niedrig ist. Weil man den erneuerbaren Energien in der Vergangenheit nicht zugetraut hatte, die sogenannte Grundsicherung zu leisten, hat man gesetzlich verankert, dass ein Teil der Kraftwerke nicht abgeregelt werden, sondern das ganze Jahr über, Tag und Nacht ohne Drosselung durchlaufen. Das führt im Zusammenspiel mit den überaus leistungsstarken Öko-Energien zu einem massiven Strom-Angebotsüberschuss – gerade dann, wenn viel Sonne und Wind da ist. Eine Reduzierung der Kohlekraft wäre deswegen im Sinne der politisch gewollten Energiewende sinnvoll und aufgrund der Überschüsse im Strommarkt leicht möglich. Doch die alten CO2-Schleudern arbeiten weiter – angeblich aus technischen, aber vor allem aus Kostengründen –, je niedriger die Preise, desto mehr Ware muss eben auf den Markt kommen. Kohlestrom verkäme zum Ramschprodukt, würden nicht politische Rahmenbedingungen den Niedergang hinauszögern.

Nun sollen sogenannte Kapazitätsmärkte den ohnehin stark regulierten Energiemarkt ein weiteres Mal zugunsten der fossilen Energien beeinflussen. Wie jüngst eine Studie
für das Bundeswirtschaftsministerium zum wiederholten Male eindrücklich erläutert hat, wirken derartige Kapazitätsmärkte wie Subventionen für alte Kraftwerke: Statt an der Börse endlich die notwendigen Preissignale für eine zukunftsgewandte Energieversorgung zu ermöglichen, würden die erneuerbaren Energien erneut behindert – und das alles nur, weil Opa Kohle am Steuergeld-Tropf hängt und gegen den frischen Wind der Energie-Enkel stänkert. Schade nur, dass die jungen dynamischen Energie-Unternehmer noch nicht erforscht haben, wie sich aus Gegenwind Energie gewinnen lässt. Aktuell sieht das aus wie eine nie versiegende Quelle.

Bürgerenergie-Konvent 2014 : 17.–18. Oktober in Fulda

Bürgerenergie-Konvent 2014

Bürgerenergiewende am Ende? Jetzt erst recht!

Pfade einer bürgernahen und dezentralen Energiewende

17.18. Oktober 2014 in Fulda

2014 ist ein turbulentes Jahr für die Bürgerenergie. Durch die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) und die Überarbeitung des Kapitalanlagegesetzbuchs werden Bürgerenergie-Akteuren neue Stolpersteine in den Weg gelegt. Wir sind jedoch überzeugt: Die Bürgerenergiewende geht weiter. Jetzt erst recht! Zu einer Debatte über neue Chancen und Herausforderungen lädt das Bündnis Bürgerenergie (BBEn) e.V. ein. Seien Sie dabei, vernetzen Sie sich und wählen Sie den „Rat für Bürgerenergie“. Informieren Sie sich und gestalten Sie die Energiewende mit.

Diskutieren Sie mit Ursula Sladek, Hans-Josef Fell, Josef Göppel und
vielen weiteren Vertreten des Bündnis Bürgerenergie.

Der Konvent richtet sich an alle interessierten Akteure und Experten der Bürgerenergie sowie an Fördermitglieder des BBEn und hat zum Ziel, Vernetzung und Wissensaustausch zu fördern. Hier finden Sie ausführliche Informationen zum Programm und den Teilnehmern sowie das Programm als PDF.

Ihre Anmeldung richten Sie bitte bis zum 1. Oktober 2014 unter Angabe Ihrer Kontaktdaten per Email an konvent@buendnis-buergerenergie.de.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die BBEn-Geschäftsstelle:
Telefon 030 30 88 17 89 oder konvent@buendnis-buergerenergie.de.

Wir freuen uns darauf, Sie bei unserem Konvent in Fulda persönlich zu treffen!

Beste Grüße,
Fabian Zuber
Leiter der Geschäftsstelle

Bündnis Bürgerenergie e.V. (BBEn)
Geschäftsstelle: Invalidenstr. 91  /  10115 Berlin
Tel: +49 (0)30 30 88 17 89
info@buendnis-buergerenergie.de

Fernsehtipp: Bekannt im Land

SWR / RLP: am Sonntag, 27. Juli 2014, um 18:45 Uhr

Vom Westerwald in die Welt – Raiffeisens Erbe(n)

Für japanische oder amerikanische Touristen gehört ein Besuch seiner Wirkungsstätten zu jeder Deutschlandreise. Denn im Ausland ist er fast so bekannt wie die Loreley: Friedrich Wilhelm Raiffeisen, der Sozialreformer aus dem Westerwald.

Die Redakteurin Jutta Kastenholz hat unter anderem mit VertreterInnen der Maxwäll-Energie Genossenschaft gesprochen, um zu zeigen, welche Zukunft die Raiffeisen-Idee auch hat.