Informationsveranstaltung Windenergie im Windpark Hartenfelser Kopf

AEKS und Maxwäll-Energie Genossenschaft eG hatten eingeladen

Bei strahlendem Sonnenschein und einer Brise Wind verfolgen die Besucher den Erläuterungen am Fuße der 2-MW-Windenergieanlage

Mehr als 60 Interessierte wurden von den Veranstaltern „Alternative Energie Kroppacher Schweiz GmbH & CO. KG“ (AEKS) und „Maxwäll-Energie Genossenschaft eG“  am Windpark „Hartenfelser Kopf“ begrüßt.
Karl-Heinz Groß, ehrenamtlicher Geschäftsführer der AEKS, berichtete aus 18 Jahren Erfahrung beim Bau und Betrieb von Windenergie-Anlagen (WEA). Die Auswertung der Daten bestehender Anlagen verdeutlichen, wie wichtig es ist, weitere Anlagen nur auf den Höhenzügen des Westerwaldes zu bauen, denn die Effizienz der Windräder auf sehr gut geeigneten Höhenlagen ist deutlich größer: Schon mit der Hälfte der Anlagen wird die gleiche Menge Energie erzeugt (wie mit Windrädern in niedrigeren Standorten).
Das Ziel der Landesregierung bis 2030 den Strombedarf von Rheinland-Pfalz bilanziert zu 100 % aus erneuerbaren Energiequellen zu erzeugen, lässt sich so auf weniger als 1 % der Landesfläche realisieren, wie Karl-Heinz Groß belegen konnte.
Verdeutlicht wurde dies am konkreten Beispiel: 10 WEA am Stegskopf versorgen ca. 45.000 Haushalte mit Strom. Auf deutlich niedrigeren Lagen benötigt man dafür fast 20 WEA, die fast die doppelte Fläche brauchen. Diese nahezu Verdoppelung belastet die Umwelt und den Geldbeutel. Rund 45 Mio €  Mehrkosten über die EEG-Umlage fallen dabei in 20 Jahren an.
Weiterhin wurde über die Gefährdung von Rotmilan und Schwarzstorch durch WEA gesprochen. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass die Vögel sich sehr gut mit bestehenden Anlagen arrangieren. Außerdem würden weder der Wald noch die Höhe der Rotoren moderner Anlagen zu den Jagd- und Fluggebieten der Rotmilane zählen, wie Peter Bräuer, der zweite Geschäftsführer der AEKS, darlegte.
Bestehende Vorgaben für Abstände zu Bebauungen, Straßen, Hochspannungsleitungen und Risikobetrieben, wie z.B. Flughäfen, grenzen die zur Verfügung stehenden Flächen ein. Sollten (u.U. deutlich übertriebene) Forderungen engagierter lokaler Naturschützer den Bau der benötigten WEA in den Höhenlagen verhindern, bleibt die Frage, woher die Energie kommen soll. Gigantische „Offshore“-Projekte mit dem dazugehörigen Bau von riesigen Hochspannungs-Trassen, um den Strom quer durch die Republik zu transportieren, und/oder der Neubau von Braunkohlekraftwerken können darauf keine Antworten sein, führte Peter Müller, Vorstand der Maxwäll-Energie Genossenschaft eG, aus.

Die Veranstalter richten den dringenden Apell an Naturschutzverbände, mit den Kommunen zusammenzuarbeiten und sich bei Projektplanungen lösungsorientiert mit einzubringen.

Peter Bräuer, AEKS, und Peter Müller, Maxwäll-Energie Genossenschaft, erklären ihre Bereitschaft, die Kommunen bei der Realisierung der geplanten Windparks zu unterstützen, und ihr Anliegen für bürgernahe Lösungen: „Wir wollen, dass sich die Menschen in der Region Westerwald beteiligen. Möglichst viele WEA sollen zukünftig Eigentum von Bürgern hier vor Ort sein, somit bleibt der Ertrag in der Region und wird nicht von auswärtigen Fondsgesellschaften abgeschöpft.“
Peter Pflaum, AEKS, stellte sachkundig die technischen Details der 2 Megawatt Anlage  vor und erläuterte physikalische Phänomene rund um das Thema Wind.

Die zahlreichen Besucher bedienten sich an den Tischen mit umfangreichem Informationsmaterial zur Technik sowie zu Möglichkeiten der Beteiligung. Weitere Infos und Kontakt jederzeit über die Homepage www.maxwaell-energie.de.

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MaxWäll-Energie und Alternative Energie Kroppacher Schweiz (AEKS) informieren

Infoblatt zur B.U.N.D.-Veranstaltung am Fr, 23.03.12 in Daaden

Mut zur Natur und Mut zur Energiewende

In der AEKS sind 90 Westerwälder Bürger, die seit 17 Jahren Windräder betreiben (zurzeit sind es fünf) und dabei Naturstrom für rund 2.000 Haushalte erzeugen, unter anderem für die Firma Mann-Strom. MaxWäll-Energie ist der Name für eine Genossenschaft, die mit allen Bürgern aus dem Westerwald erneuerbare Energien erzeugen will
(siehe www.Maxwaell-Energie.de).

Wir suchen weitere Bürger, die sich beteiligen oder die Energiegenossenschaften gründen wollen oder schon gegründet haben.

Wir wollen zusammen mit den Kommunen
unter anderem die Windkraft im Westerwald fördern,
ohne unnötig Landschaft zu verbrauchen.


Was man wissen muss:

  • Man kann nur auf guten Standorten mit 6 m/s – besser 7 m/s – durchschnittlicher Jahreswindgeschwindigkeit Windräder wirtschaftlich betreiben.
  • Aus physikalischen Gründen sind Leistung und Stromernte eines Windrades in der dritten Potenz von der Windgeschwindigkeit abhängig. Daher erzeugen zum Beispiel 8 m/s Wind rund 2,5-mal mehr Strom als 6 m/s. Oder umgekehrt, will man zur Energiewende eine bestimmte Strommenge erzeugen, braucht man zum Beispiel am Stegskopf (8 m/s) 8 Windräder oder 20 im übrigen Westerwald (6 m/s).


Was wir wollen:

  • Die Energiewende ohne unnötigen Landschaftsverbrauch.
  • AEKS wird daher zwei ältere Windräder demnächst abbauen und dafür ein neues, besseres, voraussichtlich bei Hachenburg errichten.
  • Keine Windräder aus Profitgier oder als Abschreibungsprojekte, sondern wirtschaftlich sinnvolle Bürgerwindparks.

So kann es gehen:

  • AEKS hat beim Bau aller fünf Windräder sogenannte Ersatz- und Ausgleichsmaßnahmen erbracht, wie z.B. Anlage eines artentenreichen Laubwaldes, Feldhecken, Gewässerrenaturierung, Entfichtungen, Eingrünungen usw.; AEKS hat dabei gut mit den Kommunen und den Umweltverbänden zusammengearbeitet und den Naturhaushalt insgesamt verbessert.

Lässt sich unsere Erfahrung auf den Stegskopf übertragen?

Aus Presseveröffentlichungen war zu entnehmen, dass die Umweltverbände ursprünglich den gesamten Truppenübungsplatz (Stegskopf) unter Naturschutz stellen wollten. Bisher ist es ein sogenanntes Natura-2000-Gebiet (FFH plus Vogelschutz), wo nach dem Entwurf Landesentwicklungsprogramm (LEP) Windräder zulässig sind, wenn sie den Schutzzweck nicht erheblich beeinträchtigen.

Die Siegener Zeitung schrieb am 14. März unter anderem: „Würden auf dem Stegskopf irgendwann also fünf bis sieben Windräder stehen, wäre das für den Ökounternehmer MANN eine sinnvolle Nutzung“. Die Rheinzeitung vom 15. März schreibt unter anderem: „Die Naturschutzverbände begrüßen die Aussagen des Langenbacher Unternehmers [MANN]“.

Man sollte die Anregung von Markus Mann daher unbedingt weiterverfolgen.

Aus den bisherigen Erfahrungen von AEKS ist es unbedingt nötig, dass sich alle Beteiligten – die Naturschutzverbände, Kommunen und Windkraftinteressenten – zusammensetzen.

Nur gemeinsam sind gute Lösungen möglich.