Westerwälder-Energie-Tagung

Samstag, 16. Febr. 2013, 13.00–18.00 Uhr
Stadthalle Hachenburg, Leipziger Straße

 

WIE GESTALTEN WIR DIE ENERGIEWENDE IM WESTERWALD?

Einladung an interessierte MandatsträgerInnen in Orts- und Verbandsgemeinderäten sowie Kreistagen in den Kreisen Westerwald, Altenkirchen und Neuwied – und natürlich an alle interessierten Bürgerinnen und Bürger! Willkommen! Der Eintritt ist frei!

Referenten

  • Andreas Hartenfels, MdL, Energiepolitischer Sprecher Bündnis 90/DIE GRÜNEN
  • Michael Diemer, Forstamtsleiter Landesforsten
  • Valérie Charbonnier und Thorsten Henkes, Energie-Agentur Rhl.-Pf.
  • Peter Müller, Vorstand Maxwäll-Energie Genossenschaft eG
  • Konstantin Neven DuMont, Unternehmer u.a. Evidero.de

Veranstalter
AG Energie Bündnis 90/DIE GRÜNEN Westerwald

Anmeldung / Kontakt / Presse
Manfred Calmano 06435 3260  |  manfred@calmano-keramik.de
Siegbert Hardieß 02688 8326  |  siggi@hardiess.de
Markus Erdmann 06435 908792  |  m.erdmann@bizkom.de

P R O G R A M M
13:00 Uhr   Begrüßung

13:10 Uhr
Windkraftnutzung in Rheinland-Pfalz (RLP) – regionale und kommunale Verantwortung annehmen.

Andreas Hartenfels, MdL, energiepolitischer Sprecher Bündnis90/DIEGRÜNEN

13:50 Uhr
Praktische Aspekte der Windenergie im Wald.

Naturschutz, Erschließung und Modelle der Vertragsgestaltung
Michael Diemer, Forstamtsleiter Landesforsten Rheinland-Pfalz

14:30 Uhr
Windenergie in RLP im Hinblick auf die regionale Wertschöpfung

Valérie Charbonnier und Thorsten Henkes, Energieagentur Rheinland-Pfalz

15.10 Uhr
Energie aus Bürgerhand – Demokratisierung der Energieerzeugung

Peter Müller, Vorstand Maxwäll-Energie Genossenschaft eG

15:20 Uhr
Anregungen und Ideen für Entscheidungsträger
– Gedanken zur Energiewende aus kommunaler Sicht
Konstantin Neven DuMont, Unternehmer, u.a. Evidero.de

15:30 Uhr Kaffeepause

16:00 Uhr   Arbeitskreise:

  1. Informationsaustausch und Vernetzung der kommunalen Mandatsträger |
    Moderator: Manfred Calmano
  2. Naturschutz und Windkraft  |  Moderator: Siegbert Hardieß
  3. Energiewende – Was bedeutet das für die Bürger?  |  Moderator: Markus Erdmann

17:30 – ca.18:00 Uhr   Aussprache Plenum

Den Einladungsflyer können Sie hier herunterladen und gerne auch weiterleiten! Danke.
[download id=“10″]

Wir freuen uns auf diesen interessanten Austausch!

 

1. Energiespeichertagung am Umwelt-Campus Birkenfeld

Termin speichern und anmelden:  27. und 28. Februar 2013  |  Kommunikationsgebäude

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Bundesregierung hat sich mit der Energiewende ambitionierte Ziele gesetzt. Diese Ziele zu erreichen erfordert eine Umstrukturierung der derzeitigen Energieversorgung (sowohl im Strom- als auch im Wärmemarkt).
Wesentliche Faktoren in diesem Kontext sind die Erschließung von Effizienzpotenzialen in der Umwandlung, dem Transport und der Nutzung von Energie und vor allem der Ausbau erneuerbarer Energieträger.
Diese dezentrale Versorgung auf Basis fluktuierender und erneuerbarer Energieträger erfordert die Vernetzung des Strom- und Wärmemarktes sowie intelligente Netzstrukturen (Strom und Gas) und vor allem die Einbindung innovativer Energiespeichersysteme. Sie gelten als Schlüsseltechnologie im Kontext der Energiewende.

Aus diesem Grund veranstaltet das Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS) am 27. und 28. Februar 2013 die
1. Energiespeichertagung am Umwelt-Campus Birkenfeld.

Die Veranstaltung wird durch den Verband kommunaler Unternehmen (VKU) und durch den Gemeinde- und Städtebund Rheinland-Pfalz (GStB) unterstützt.

Die Energiespeichertagung dient dem qualifizierten Austausch von Erkenntnissen und Erfahrungen. Inhaltlich spannt die Tagung den Bogen von rechtlichen und technischen Grundlagen und Rahmenbedingungen, über aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse bis hin zur praxiserprobten Ansätzen und richtungsweisenden innovativen Speicherkonzepten. Somit verbindet die Tagung Wissenschaft und Praxisorientierung und dient als Informations- und Netzwerkplattform für Vertreter aus Wissenschaft, Politik (Städte, Gemeinden, Landkreise), Wirtschaft (Projektentwickler) und kommunalen Unternehmen (Gemeinde- und Stadtwerke).

Fachausstellung:
Wir bieten Ihnen an, Ihr Unternehmen an der Energiespeichertagung zu präsentieren. Dazu gibt es die Gelegenheit, im Foyer und den Vorräumen der Tagungsräume Standflächen anzumieten. Unterlagen werden Ihnen bei Anfrage separat zugesendet.

Abendveranstaltung mit Live-Musik und Abendbuffet im Kommunikationsgebäude:
Die Abendveranstaltung lädt zum schwungvollen und genussreichen Ausklang des ersten Tages ein und dient dem Austausch zwischen Referenten und Teilnehmern. Die Abendveranstaltung mit Live-Musik und Abendbuffet mit regionalen Spezialitäten aus dem Hunsrück kostet für die Teilnehmer 50,00 Euro inkl. 19% MwSt.

Wir würden uns sehr freuen, Sie bei dieser Veranstaltung begrüßen zu dürfen und bitten Sie, diese Informationen auch in Ihrem Haus weiterzuleiten.
Weiterführende Informationen entnehmen Sie dem Tagungsflyer oder auf unserer Internetseite unter
www.stoffstrom.org/veranstaltungen.

Mit sonnigen Grüßen vom Umwelt-Campus
Ihr Institut für angewandtes Stoffstrommanagement

Hochschule Trier
Umwelt-Campus Birkenfeld
Institut für angewandtes Stoffstrommanagement (IfaS)
Postfach 1380
55761 Birkenfeld
Ansprechpartner: Marc Wartenphul
Tel.: ++49 (0)6782 / 17-1568
Fax: ++49 (0)6782 / 17-1264
www.stoffstrom.org
m.wartenphul@umwelt-campus.de

Wann kommt die Revolution des E-Autos?

Quelle: Franz Alt

1980 gab es in den USA eine Umfrage des Gallup-Instituts. Die Frage hieß: Wie viele Mobil-Telefone wird es in Amerika in 20 Jahren geben? Die US-Amerikaner vermuteten im Durchschnitt: 900.000. Tatsächlich telefonierten in den USA im Jahr 2.000 bereits 120 Millionen Menschen mit Handys. Die technikgläubigen Amerikaner hatten sich um den Faktor 130 verschätzt.

Wird es beim Elektro-Auto eine ähnliche Entwicklung geben?

 

Wer in diesen Wochen liest und hört, was die hiesigen Medien über das Elektro-Auto veröffentlichen, muss vermuten, die Entwicklung sei bereits wieder abgeblasen oder zumindest zum Stocken gekommen.

Doch das Gegenteil könnte sich eher als richtig erweisen. Nach dem Willen der EU-Kommission sollen in den nächsten Jahren – schon bis 2020 – hunderttausende Ladestationen für Elektroautos entstehen – allein 150.000 in Deutschland. Heute gibt es hierzulande erst 1.937. Kein Wunder, dass es noch kaum Elektroautos gibt.

Der Brüsseler Verkehrs-Kommissar Siim Kallas hat richtig erkannt: „Es fehlt an der Infrastruktur“. Außerdem soll der hierzulande gebräuchliche Ladestecker zum europäischen Standard werden.

Jetzt erst kann ein europäisches Netzwerk für die E-Mobilität entstehen. Und damit die Voraussetzung für den Erfolg des E-Autos. Der bisherige Markt kränkelte an der fehlenden Infrastruktur. Alle paar Kilometer gibt es eine Benzintankstelle, aber noch immer kaum Elektrotankmöglichkeiten.
Deshalb keine Nachfrage nach Elektroautos und deshalb bleibt der Preis für diese umweltfreundliche Mobilität hoch. Bisher tat auch die deutsche Automobilwirtschaft viel zu wenig, um diesen Missstand zu beheben.
Doch jetzt werden die Deutschen aufholen: Von BMW über Daimler, VW und Opel wird man bald preiswerte E-Autos kaufen können.

Die Revolution auf der Straße kann erst beginnen, wenn die notwendige Infrastruktur da ist. Kleinere und leistungsfähigere Batterien werden jetzt entwickelt und gebaut werden. Und deren Preise werden durch Massenproduktion fallen. Dann wird auch der unschlagbare Vorteil der E-Mobilität zum Durchbruch kommen: leise, sparsam, abgasfrei.

Ganz so rasch wie die Handys werden sich die E-Autos wohl nicht durchsetzen. Aber es wäre keine Überraschung, wenn aus der einen Million Elektroautos, welche die Bundesregierung bis 2020 auf deutschen Straßen fahren sehen will, tatsächlich zwei Millionen würden. Die Revolution auf Europas Straßen wird sich beschleunigen, wenn bald überall preiswerter Ökostrom zur Verfügung steht. Gut, dass die EU jetzt Druck macht.

Wie das alles finanziert werden soll? Allein durch geringere Öl-Importe lassen sich jedes Jahr Milliarden Euro einsparen. Wer heute schon elektrisch fährt, zahlt für den notwendigen Strom noch ein Fünftel dessen, was er fürs Benzin bezahlt.

———————————————————————————————————————-

Kommentar von P. Müller:

Welche Entwicklung im Bereich der Individualmobilität gut und wünscheswert ist, wird unterschiedlich gesehen. Sicher ist, dass sich aus den politischen Vorgaben und Weichenstellungen auf EU und Bundesebene zwangsläufig ein deutlich steigender Stromverbrauch ergibt. Wenn Strom in diesem Bereich Erdöl nach und nach substituiert, kann dieser nur aus erneuerbaren Quellen produziert werden. Wenn diese Quellen in nicht unerheblichen Umfang aus der Windenergienutzung gespeist werden, sind z.B. die Planungsannahmen von Bund und Land für notwendige WEA Standorte neu zu bedenken und deutlich nach oben zu korrigieren.

 

 

Umstrittene Bürgschaften: Regierung will AKW-Bau im Ausland weiter fördern

Quelle: Spiegel online

Der beschlossene Atomausstieg der Regierung Merkel gilt nur fürs Inland. Im Ausland will die Bundesregierung nach SPIEGEL-Informationen auch künftig den Bau von Atomkraftwerken unterstützen – mit Bürgschaften aus Steuergeldern.

 

Berlin – Die Bundesregierung will auch in Zukunft mit deutschen Steuergeldern für den Bau von Atomkraftwerken im Ausland bürgen. Das geht aus einem Schreiben an den Parlamentarischen Beirat für nachhaltige Entwicklung hervor, über das  DER SPIEGEL  in seiner neuen Ausgabe berichtet. Der Brief soll bald verschickt werden.

Baustelle des AKW Angra 3 (Brasilien): "Höchste Zeit, dass sich was ändert"Baustelle des AKW Angra 3 (Brasilien): „Höchste Zeit, dass sich was ändert!“

 

Das Gremium, das die Nachhaltigkeitsstrategie der Regierung parlamentarisch begleitet, hatte sich Ende 2012 einstimmig dafür ausgesprochen, angesichts des deutschen Atomausstiegs keine Hermes-Bürgschaften für Kernkraftwerkprojekte im Ausland mehr zu vergeben. Das Schreiben, das Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) nun im Namen der Regierung verfasst hat, ist auch ein Affront gegen die Regierungsfraktionen. Man halte an der bisherigen Förderpraxis fest, heißt es darin nach SPIEGEL-Informationen, weil die Energiewende nur „die nukleare Stromerzeugung im Inland betrifft“. Es liege „in der souveränen Entscheidung anderer Staaten, zur Ausgestaltung ihrer Energiepolitik einen anderen Energiemix zu wählen.“

Die Bundesregierung hatte 2011 nach der Katastrophe von Fukushima den  Ausstieg aus der Atomenergie beschlossen. Spätestens 2022 soll demnach der letzte deutsche Meiler vom Netz gehen. Acht ältere Atommeiler wurden mit dem damaligen Beschluss sofort stillgelegt.

In Brasilien wird ohne deutsche Bürgschaft gebaut

Der Vorsitzende des Parlamentarischen Beirats, der CDU-Politiker Andreas Jung, bezeichnet es als „groben Widerspruch, bei uns die Energiewende voranzutreiben und im Ausland Kernenergie zu unterstützen“. Die Haltung der Regierung ist auch deshalb bemerkenswert, weil diese derzeit unter dem Motto „Höchste Zeit, dass sich was ändert“ massiv für die Energiewende wirbt.

Umweltminister Peter Altmaier (CDU) will sogar einen internationalen Club der Energiewende-Staaten gründen. Auch die Industrie hat sich auf ein Ende der deutschen Förderpolitik eingestellt: Für das brasilianische Atomkraftwerk Angra 3, das ursprünglich mit einer Hermes-Bürgschaft abgesichert werden sollte, besorgte sich der Energieversorger inzwischen Geld in Südamerika.

 

Globaler Atlas für Sonnen- und Windenergie online

Die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) hat während ihrer Generalversammlung in Abu Dhabi den weltweit ersten globalen Atlas für erneuerbare Ressourcen veröffentlicht. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) koordiniert die Entwicklung der neuen Internet-Plattform.

Der Atlas nutzt Datenbanken und Karten und ist im Internet frei zugänglich. Das DLR hat mit seinem Wissen in der Energie-Systemmodellierung, der Fernerkundung und der Verarbeitung von Geodaten wesentlich zur Entwicklung beigetragen.
Der globale Atlas ist die bisher größte Initiative, um Ländern und Unternehmen dabei zu helfen, die Potentiale erneuerbarer Energien weltweit zu ermitteln. Dabei bringt er Daten und Karten von den führenden technischen Institutionen und privaten Unternehmen zusammen. Zur Zeit können Daten zu Solar- und Windenergie abgerufen werden. Informationen für weitere erneuerbare Ressourcen sollen 2013 und 2014 folgen.

Mächtiges Werkzeug für den Ausbau der Erneuerbaren Energien

Die internetbasierte Plattform –  www.irena.org/GlobalAtlas  – soll das Bewusstsein über die weltweiten erneuerbaren Ressourcen erhöhen und Ländern helfen, die in ihren Ausbau investieren wollen. „In den nächsten zehn Jahren erwarten wir einen starken Anstieg der Investitionen in Erneuerbare Energien. Der globale Atlas für Solar- und Windenergie wird dabei helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen“, sagte Martin Lidegaard, Dänischer Minister für Klima, Energie und Bauwirtschaft und Präsident der dritten Generalversammlung der IRENA.
Auch für Adan Z. Amin, den Generaldirektor der IRENA, ist der Globale Atlas ein mächtiges Werkzeug beim Ausbau der Erneuerbaren Energien: „Mit 22 Ländern, die sich nun an dieser Initiative beteiligen und weiteren Interessenten, ist dies ein klares Signal unseres politischen Willens zum Übergang zu sauberer, erneuerbarer Energie.“
Das offene und flexible Internetportal wurde federführend in der Abteilung Systemanalyse und Technikbewertung des DLR-Instituts für Technische Thermodynamik in Stuttgart entwickelt. Carsten Hoyer-Klick, Koordinator des technischen Teams: „Mit unserem Wissen in der Energiesystemmodellierung, der Fernerkundung und der Verarbeitung von Geodaten konnten wir das internationale Team aus Wissenschaftlern der weltweit führenden Institutionen ideal unterstützen.“
Die bei der Entwicklung des Portals involvierten Institutionen waren das National Renewable Energy Lab (USA), Mines-ParisTech (Frankreich) und das Masdar Institute (Vereinigte Arabische Emirate).

Sind Genossenschaften das Wirtschaftsmodell der Zukunft?

Quelle: http://www.br.de/fernsehen/br-alpha/sendungen/alpha-campus/doku/genossenschaften-104.html  |  Autor: Andrea Roth, Stand: 09.01.2013

„Gut 18 Millionen Bundesbürger, als jeder Vierte!“, so die Bilanz des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbandes, „sind derzeit Mitglieder einer Genossenschaft.“

Den Film „Gewinn für alle – Sind Genossenschaften das Wirtschaftsmodell der Zukunft?“ als alpha-Campus DOKU gibt es hier: http://www.br.de/fernsehen/br-alpha/sendungen/alpha-campus/genossenschaften-102.html

Weltweit boomen die kooperativen Betriebe und tragen zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung in vielen Ländern bei. Die UNO hat das Jahr 2012 zum Jahr der Genossenschaften ausgerufen, um auf diese Weise – in Zeiten einer globalen Finanz- und Wirtschaftskrise zu betonen, dass gemeinsames und verantwortungsvolles Engagement auf dem Wirtschaftsmarkt für nachhaltige Entwicklung wichtiger denn je sind. Dabei schien die Idee vom gemeinschaftlichen Einkaufen und Vermarkten, die der Sozialreformer Friedrich Wilhelm Raiffeisen vor gut 160 Jahren ins Leben gerufen hatte, in Deutschland allmählich abzusterben. Genossenschaft – das roch nach verstaubten Sparkassenkästchen und muffigem Saatgut, wurde oft sogar mit dem „Genossen“ im DDR-Regime gleichgesetzt. Doch spätestens seit der Finanz- und Wirtschaftskrise sind sie wieder präsent – und erleben einen Gründungsboom ungeahnter Ausmaße. Allein den Kreditgenossenschaften schlossen sich zwischen 2008 und 2010 rund 466.000 neue Mitglieder an. Denn spätestens in der Finanzkrise haben die meisten erkannt, dass die genossenschaftlichen Banken, die nicht renditefixiert und spekulativ arbeiten, ein krisenfestes Modell sind.
Doch nicht nur in dieser traditionellen Genossenschaftsform engagieren sich immer mehr Menschen: Sie entstehen im Patientenversorgungsbereich, Dienstleistungssektor, im Energiebereich, bei Freiberuflern, in Form von genossenschaftlichen Dorfläden oder Theatern und vieles mehr – überall dort, wo auch neuer Gemeinsinn gefragt und erwünscht ist. Vor allem entstehen sie auch zunehmend dort, wo sich Staat und Kommunen aus Finanzierung und Versorgung zurückziehen.

Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung – dieses traditionelle Motto der Genossenschaften hat heute neues Leben bekommen: Viele Menschen wollen gemeinschaftlich und wirtschaftlich Anforderungen wieder selber in die Hand nehmen. Genossenschaften – sie haben einen wichtigen Stellenwert für die Zukunft der Gesellschaft und Wirtschaft.

Genossenschaften haben Geschichte

Die Idee zur Gründung erster genossenschaftlich geprägter Organisationen wurde buchstäblich aus der Not heraus geboren: Im Verlauf der Industriellen Revolution Mitte des 19. Jahrhunderts gerieten viele Bauern und kleine Handwerksbetriebe in finanzielle Notlagen. Die Sozialreformer Friedrich Wilhelm von Raiffeisen und Hermann Schulze Delitzsch waren es, die unabhängig voneinander die Grundzüge des Genossen-schaftswesens schufen: 1847 rief Raiffeisen den ersten Hilfsverein zur Unterstützung der notleidenden ländlichen Bevölkerung ins Leben und schuf Modelle für landwirtschaftliche Einkaufsgenossenschaften. Im Verbund konnten Bauern günstiger einkaufen und ihre Ernte vermarkten, oder sogar Darlehen bei den neu geschaffenen „Darlehnskassenvereinen“ aufnehmen. Unabhängig davon rief Hermann Schulze Delitzsch zeitgleich Hilfsvereine für Handwerker und später erste Kreditgenossenschaften ins Leben. Beide Sozialreformer vertraten die Auffassung, dass die Verbesserung der wirtschaftlichen Bedingungen nur durch den Zusammenschluss einzelner, schwacher Einheiten zu erreichen sei. Das Motto der ersten Genossenschaften gilt bis heute: Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung.

Was ist eine Genossenschaft?

  • Die Genossenschaft ist ein Kooperationsunternehmen und eine Rechtsform – wie auch die AG und die GmbH. Doch im Unterschied zu jenen ist sie nicht verpflichtet, Gewinne zu erzielen. Stattdessen sollen die Mitglieder gefördert werden. Dieser Förderauftrag ist im § 1 des Genossenschaftsgesetzes verankert.
  • Mitglieder einer Genossenschaft sind zugleich Eigentümer, Kapitalgeber und Kunden bzw. Nutznießer der Leistungen des Unternehmens.
  • Jedes Mitglied hat eine Stimme bei allen wichtigen Entscheidungen der Genossenschaft – und das unabhängig von der Höhe des eingesetzten Kapitals. Damit ist die Genossenschaft eine urdemokratische Unternehmensform.
  • Der Überschuss einer Genossenschaft, der erwirtschaftet wird, kommt allen zugute: Zum Beispiel in Form von Rückvergütungen an die Mitglieder.
  • Schon drei Personen können eine Genossenschaft gründen. Der Ein- und Austritt ist unkompliziert.
  • Eine Genossenschaft hat grundsätzlich drei Organe: die Generalversammlung wählt den Vorstand und den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat kontrolliert den Vorstand, der Vorstand leitet das Unternehmen.
  • Jede Genossenschaft ist Teil des Genossenschaftsverbandes und wird regelmäßig durch diesen geprüft.

Gewinn für alle

Genossenschaften sind nicht kurzfristig, sondern langfristig orientiert. Da sie nicht kapitalorientiert sind, werden keine Spekulationen getätigt, keine Genossenschaftsanteile auf dem Finanzmarkt gehandelt.

Durch ihre Fokussierung auf die Mitglieder und durch die Kooperation mit den Genossenschaftsverbänden bieten Genossenschaften Stabilität: Nur 10 % aller Genossenschaften gehen pleite.

Keine andere Rechtsform bietet den Mitgliedern die Möglichkeit der Mitwirkung, Mitgestaltung und Mitverantwortung ohne staatlichen Einfluss. Dieses System hat sich weltweit in über 100 Ländern bei mehr als 800 Millionen Genossen durchgesetzt und bewährt. So ist z.B. in Kanada jeder dritte Einwohner Mitglied einer Genossenschaft. In der Elfenbeinküste finanzieren Genossenschaften Schulen, Krankenhäuser und Straßen. In Kuwait ist 80 % des Einzelhandels genossenschaftlich organisiert.

Buchtipps

  • Berthold Eichwald, Klaus Josef Lutz: Erfolgsmodell Genossenschaften. Möglichkeiten für eine werteorientierte Marktwirtschaft. Deutscher Genossenschafts-Verlag eG, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-87151-145-5
  • Werner Grosskopf, Hans-H. Münkner, Günther Ringle: Unsere Genossenschaft. Idee – Auftrag – Leistungen. Deutscher Genossenschafts-Verlag eG, Wiesbaden 2012, ISBN 978-3-87151-149-3
  • Hans-H. Münkner, Günther Ringle (Hrsg.): Neue Genossenschaften und innaktive Aktionsfelder. Grundlagen und Fallstudien. Nomos Verlag, 2010, ISBN 978-3-8329-5801-5
  • Konny Gelleneck (Hrsg.): Gewinn für alle! Genossenschaften als Wirtschafts-modell der Zukunft. Westend-Verlag 2012, ISBN 978-3-86489-010-9

Genossenschaften im Film

Artikel zum Thema

Presseerklärung: Offizielle Übergabe des Solarparks „Am Wolfsgestell“ in Rennerod

Pünktlich zur offiziellen Übergabe zeigte sich die Sonne. Am Freitag, den 11. Januar 2013, übergab Generalunternehmer Florian Conze von der Fa. Elektro Conze aus Roth offiziell die Schlüssel an die Maxwäll-Energie Genossenschaft eG für den Solarpark „Am Wolfsgestell“ in Rennerod.

 

Klirrend kalt, aber sonnig war es wie bestellt bei der offiziellen Übergabe des Solarparks. v.lks Peter Müller, Vorstand, Florian Conze, Generalunternehmer des Projektes, Gerd Stein, Aufsichtrat und Bauleiter, Friedrich Hagemann, Vorsitzender des Aufsichtsrates und Jürgen Salowsky, Vorstand.
Klirrend kalt, aber sonnig (wie bestellt) war es bei der offiziellen Übergabe des Solarparks. v.li. Peter Müller, Vorstand; Florian Conze, Generalunternehmer des Projektes; Gerd Stein, Aufsichtrat und Bauleiter; Friedrich Hagemann, Vorsitzender des Aufsichtsrates, und Jürgen Salowsky, Vorstand.

 

 

Nur in einer Panoramaaufnahme kann die Kamera, die Fläche der Modulreihen einfangen.
Nur in einer Panoramaaufnahme kann die Kamera die enorme Fläche der Modulreihen einfangen.

„Auf einer Konversionsfläche von rund einem Hektar produzieren 3.246 Solarmodule eine durchschnittliche Jahresleistung von 811,5 kWp (Kilowatt-Peak). Das ist Strom, um etwa 190 mittlere Haushalte vollständig zu versorgen”, erläutert Jürgen Salowsky, Vorstand der Genossenschaft. Schon jetzt haben mehr als 120 Westerwälder Bürgerinnen und Bürger, Unternehmen und Vereine Anteile gezeichnet. Von Woche zu Woche gewinnt die Genossenschaft, die ihr Anliegen „Maximale Wäller Energie“ im Namen trägt, neue Mitglieder.

„Die Genossenschaft sieht sich als Teil einer Gesellschaft, die sich ihrer sozialen und ökologischen Verantwortung bewusst ist und dies durch konkretes Handeln zum Ausdruck bringen will“,
führt Friedrich Hagemann, Vorsitzender des Aufsichtsrates, aus.

1,2 Millionen Euro hat die Genossenschaft in das Solarkraftwerk investiert. Da zum 30. Juni 2012 die kaufmännische Inbetriebnahme erfolgte, konnten die Genossen sich die stabile Einspeisevergütung nach dem alten EEG (Erneuerbaren Energie Gesetz) sichern. „Mit den Erträgen aus dem Solarpark prognostizieren wir eine annehmbar gute Kapitalrendite für die Mitglieder und zusätzlich kleine Spielräume für Investitionen in Regionalentwicklungsprojekte der Region Westerwald, wie es schon in der Präambel unserer Satzung zum Ausdruck gebracht wird“, erklärt Peter Müller, Vorstand der eG.

Ein weiteres Solarprojekt aus 2012 wird wohl im kommenden Frühjahr abgeschlossen werden können. Wegen der desolaten Demontage der EEG-Regelungen auf Bundesebene wird Maxwäll-Energie mittelfristig im Bereich Photovoltaik verstärkt auf Anlagen in Kooperation mit Gewerbe- und Industriebetrieben setzen, die den günstigen Solarstrom direkt selbst verbrauchen. „Hier sind wir bereits in aussichtsreichen Gesprächen“, berichtet Peter Müller.

Perspektivisch streben Aufsichtsrat und Vorstand in den nächsten drei Jahren Investitionen in Bau und Betrieb von Windenergieanlagen an. Dies erfordert deutlich höhere Investionen und Planungsvorläufe, ist aber für die Erreichung der von der Landesregierung vorgegegeben Ziele notwendig und sinnvoll. Ein weiteres Gebiet, auf dem der Klimaschutz erhebliche Anstrengungen und somit Investitionen erforderlich macht, stellt die Wärmeversorgung von Gebäuden, Einrichtungen und Produktionsabläufen dar. Mittel- und langfristig ist dort ein überproportional großes Effizienzsteigerungspotential deutlich zu erkennen. Auch hier sieht die Maxwäll-Energie Möglichkeiten wie Projekte aus „Bürgerhand in Hand“ mit Unternehmen und der öffentlichen Verwaltung sehr viel zum Nutzen aller in der Region und für die Umwelt und nachfolgende Generationen erreichen können.

Den Text können Sie hier
[download id=“11″]
herunterladen

Fa Udo Schütz, Selters / Siershahn baut WEA Prototypen auf dem Hartenfelser Kopf

Quelle: RZ Altenkirchen, Betzdorf vom Mittwoch, 9. Januar 2013, Seite 21:

Zwei Prototypen sollen noch mehr Windstrom erzeugen

Energie Neue Generatoren auf dem Hartenfelser Kopf

Mündersbach. Auf dem Windparkgelände des Hartenfelser Kopfes sind wieder einmal die Kräne angerückt. Die Firma Schütz aus Selters errichtet dort zwei Windrad-Prototypen, die etwa ein halbes Jahr lang getestet werden sollen.

Das Besondere an diesen beiden Pilotanlagen ist, dass sie getriebelose Windräder mit einem permanent arbeitenden Generator sind. Dieser arbeitet ähnlich dem Dynamo am Fahrrad und damit deutlich effizienter als Windkraftanlagen, die von einem nicht permanent arbeitenden Generator betrieben werden. Diese werden nämlich von einem Motor unterstützt. Jedoch sind die beiden Windkraftanlagen noch nicht in Betrieb – kurioserweise hat der Wind bislang noch nicht mitgespielt. „Wir müssen den richtigen Zeitpunkt abwarten, bis wir den Stern mit den Rotoren nach oben ziehen und endgültig installieren können. Solange zu starker Wind bläst, können wir das mit dem Kran nicht machen, die Belastung wäre zu groß“, erklärt Stefan Boden, Projektleiter bei der Firma Schütz.

Und auch wenn die Rotoren dann befestigt sind, kann es noch einige Wochen dauern, bis die Windräder ans Netz gehen. „Es müssen erst einige Einstellungen getätigt werden“, sagt Boden, der ergänzt, dass „diese Prototypen aufgrund der Nabenhöhe von 137 Metern und dem Durchmesser von 110 Metern im Vergleich doppelt so viel Strom erzeugen können, wie all die anderen Windkraftanlagen auf dem Hartenfelser Kopf. Jedoch ist das natürlich auch alles abhängig vom Wind.“

Sollte die Testphase erfolgreich verlaufen, ist eine serienmäßige Herstellung dieser Windräder in Planung. Aufgrund ihrer großen Leistungsfähigkeit ist solch eine Anlage auf dem Markt allerdings auch vergleichsweise teuer. Der Wert liegt bei etwa 4,5 bis 5 Millionen Euro.

In den vergangenen Tagen wurden die beiden Windrad-Prototypen auf dem Hartenfelser Kopf aufgebaut. Foto: Sascha Ditscher  RZ
In den vergangenen Tagen wurden die beiden Windrad-Prototypen auf dem Hartenfelser Kopf aufgebaut. Foto: Sascha Ditscher RZ

Ende des Artikels in der RZ

Wir haben schon in der Entwicklungsphase Gespräche mit Fa. Schütz geführt und eine zukunftige Zusammenarbeit auf dem Sektor Windenergieanlagen erörtert.