Das große Ganze im Blick – das Handeln zum Nutzen der Region im Fokus

So oder so ähnlich könnte die Überschrift für die Generalversammlung der Maxwäll-Energie 2015 im Nachhinein lauten. Für die Presse ist die Maxwäll-Energie eine „waschechte Westerwälderin […] ganz in der Tradition von F.W. Raiffeisen“.

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Die zahlreich erschienenen Mitglieder folgen gespannt den Ausführungen von Dr. Ulrich Kleemann, Präsident des SGD-Nord.

Grußwort
Dr. Ulrich Kleeman, Präsident der Struktur- und Genehmigungs-Direktion Nord (SGD-Nord), der die Wirtschaftsministerin vertrat, lobte in seinem Grußwort das Engagement und den Beitrag zum Klimaschutz und zu der aktiven Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Dr. Kleemann sicherte dem Bürger-Windparkprojekt Oberholz seine Unterstützung zu. In dieser Arbeitsgemeinschaft (ArGe) Oberholz haben sich Alternative Energien Kroppacher Schweiz GmbH & Co KG (AEKS), die Wäller-Energie eG und wir, die Maxwäll-Energie Genossenschaft eG, zusammen geschlossen, um das Windenergieprojekt zu entwickeln, zu bauen und zu betreiben.

ursprünglich für Ministerin Lemke gedacht bedankte sich peter Müller im Namen der Maxwäll-Energie für den Besuch und schenkte Dr. Kleemann als Gedächtnisstütze eine Schreibtischwindrat
Peter Müller bedankte sich im Namen der Maxwäll-Energie bei Herrn Dr. Kleemann für den Besuch und schenkte ihm als Gedächtnisstütze ein Schreibtischwindrad – mit der Bitte es gelegentlich an Ministerin Lemke weiter zu geben.

 

Ausgezeichnete Projekte

Begeisterung bei den Genossinnen und Genossen und große Freude bei den Projektteilnehmer/innen kam auf, als die Vertreter der BBS Wissen und Schülerinnen der BBS Montabaur ihre Preise erhielten:

Projektueberblick

1|  Burkhard Hensel, Lehrer an der BBS Betzdorf-Kirchen, Bereich Metall-/Umwelttechnik, erläuterte ein von Schülern entwickeltes Windrad, dessen Energieauswurf genutzt werden soll (Förderungssumme 1.000 Euro, dazu 500 Euro von einem Genossenschaftsmitglied).

2|  Die Schülerinnen, die die Bankfachklasse M13 der BBS Montabaur vertraten, bekamen rauschenden Beifall für ihre Produktentwicklung „Wäller Anteilssparen“.

DSC_0051    Kristin Herbst, Theresia Herborn, Jennifer Natalie Steinbacher, Katharina Baumann

Das sie begleitende Mitglied des Vorstandes der Kreissparkasse Westerwald, Herr Dipl. Volkswirt Andreas Görg, war sichtlich stolz auf das Engagement und die Kreativität der Auszubildenden, wenn gleich er auf Nachfrage aus dem Publikum nicht verbindlich sagen konnte, ob und wann die Bank dieses tolle Bankprodukt auflegen wird.

Auch im nächsten Jahr wird die Maxwäll wieder in ihrem Regionalentwicklungsprogramm innovative, zukunftsfähige und für die Region Westerwald nachhaltig Nutzen bringende Projekte auswählen und fördern.

 

Bericht 2014

In der Generalversammlung, die von Herrn Friedrich Hagemann, Vorsitzender des Aufsichrates, geleitet wurde, konnten die Mitglieder Erfreuliches sehen und hören. Peter Müller präsentierte ein deutlich gesteigertes Ertragsergebnis. Die beiden Solarparks Wolfsgestell in Rennerod und Steinkaut in Boden laufen sehr gut und die vielen Sonnenstunden in 2014 sorgten für ein deutlich über den konservativen Planungen liegendes Ertragsergebnis.
Die Versammlung folgte dem Vorschlag des Vorstandes mit der Empfehlung des Aufsichtrates und beschloss eine Dividende von 4,5 % für 2014; eine deutliche Steigerung der Gewinnausschüttung.
Die Zustimmung zum Jahresabschluss 2014, die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat erfolgte einstimmig. Bei der Wahl zum Aufsichtsrat wurde der alte Rat bestätigt und durch die Wahl von Manfred Müller um eine Person verstärkt.
Auf Verständnis stieß die persönliche Erklärung von Murat Cakatay, dass er den Aufsichtrat aus gesundheitlichen Gründen um Abberufung von seinem Amt gebeten habe. Mit Wirkung zum 11. Mai 2015 erfolgte die Abberufung; Andreas Weller aus Gebhardshain trat die Nachfolge an.

 

Perspektive

Mit dem Blick in die Zukunft wusste Peter Müller mit den Plänen des Vorstandes trotz der sich verschlechternden Rahmenbedingungen im EEG (Erneuerbaren Energie Gesetz)  gute Perspektiven aufzuzeigen.

Der Stromvertrieb im Rahmen der Bürgerwerke eG entwickelt sich positiv. Allen voran sind die Mitglieder aufgerufen, ihren Strom bei ihrem Unternehmen zu kaufen. Es wird zukünftig deutlich mehr für die Akquise von Kunden im Bereich Haushalt und Gewerbe investiert werden, so Müller. Mit dem in Boden und Rennerod produzierten Solarstrom werden dann immer mehr Haushalte und Gewerbetriebe TATSÄCHLICH DIREKT mit regionalem, erneubaren Strom versorgt werden: Ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz und gleichzeitig bleibt die Wertschöpfung in der Region!

Um Kommunen mit ihrer oft schwachen Finanzausstattung, aber auch Privaten und Unternehmen Möglichkeiten der günstigen Solarstromnutzung vom eigenen Dach zu ermöglichen wurde das Kooperationsprojekt „PV-Mieten“ vorgestellt:pvmieten    pvmieten_2
Die Akquise und Umsetzung von Windenergie-Projekten nimmt erhebliche Kapazitäten in Anspruch und bedarf großer Ausdauer, so Müller weiter. Im Verbund der ArGe Bürgerwindpark Oberholz kommen wir aber doch nun voran. Weitere Gespräche führen wir mit den regionalen Windenergieanlagen-Herstellern Schütz in Selters bzw. Siershahn und FWT in Waigandshain. Ein Erfolgversprechendes Projekt zeichnet sich mit dem Windpark Knippen ab. Hier diskutieren wir intensiv mit der Projektentwicklungsgesellschaft (hinter der die Fa. Timbertower steht) die Übernahme des Windparks nach Fertigstellung. Sobald die Realisierung eines dieser Projekte auch zeitlich genauer terminiert werden kann, werden alle Mitglieder und die Bürger/innen im direkten Umfeld der Windräder informiert und mögliche Beteiligungen aufgezeigt.

 

Applaus zum Resumé

Die Anwesenden applaudierten zu dem Erfolg, den die noch junge Maxwäll-Energie Genossenschaft eG schon verzeichnen kann, und zu den Plänen des Vorstandes, das Unternehmen zum regionalen Energieversorger im Westerwald zu entwickeln und zu einem starken und aktiven Player bei der Energiewende voranzutreiben – zum Nutzen der Mitglieder und Bürger/innen sowie den nachfolgenden Generationen in der Region.

 

Genossenschaften – Geld anlegen und mitbestimmen: Interview mit Michael Sladek, EWS Schönau

Quelle: ecoreporter

 

Michel Sladek ist einer der Köpfe hinter den „Stromrebellen“ der Elektrizitätswerke (EWS) Schönau eG. / Quelle: Unternehmen

 

Als ob Asterix und Obelix in der deutschen Stromwirtschaft zum Leben erweckt wären: Das ganze Land wird in den achtziger und neunziger Jahren von den Stromriesen mit ihren Atom- und Kohlekraftwerken und Leitungen beherrscht. Das ganze Land? Nein, die Bürger der kleinen Schwarzwald-Stadt Schönau wollen nach der Tschernobyl-Katastrophe 1986 nicht mehr mitmachen. Sie gründen die Netzkauf Elektrizitätswerke (EWS) Schönau eG, kaufen 1997 erst das Stromnetz in ihrem Ort, später bieten sie bundesweit grünen Strom an. Mittlerweile versorgen Sie mehr als 155.000 Privathaushalte, Gewerbebetriebe und Industrie-Unternehmen mit sauberem Strom. Auch grünes Gas hat die EWS im Angebot, und sie betreibt eigene Erneuerbare-Energien-Kraftwerke.

Bundespräsident Joachim Gauck verlieh der EWS-Mitgründerin und Vorstandsfrau Ursula Sladek im Oktober 2013 den Deutschen Umweltpreis der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU). Ihr Mann, der Arzt Michael Sladek, ist ebenfalls im Vorstand der EWS. Im Interview erläutert er, warum die EWS Geld von Anlegern brauchte und warum dieses Geld eine ganz andere Wirkung hat als das Kapital, das im üblichen Weltkreislauf der Finanzen pulsiert.

Lesen Sie das ganze Interview hier

 

Die Energiewende in Deutschland und die Partizipation der Bürger

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich melde mich bei Ihnen, da Ihr Bürgerenergie-Projekt vor einiger Zeit an einer Befragung von mir teilgenommen hat (Umfrage der Uni Siegen).
Insgesamt haben 80 Bürgerenergie-Projekte teilgenommen, 2800 Personen haben sich die Zeit für das Ausfüllen genommen.
Nun kann ich Ihnen die Ergebnisse der Gesamtbefragung präsentieren – erschienen im Newsletter des Bundesnetzwerks Bürgerschaftliches Engagement Nr. 2 von 2014 (siehe Anhang).
Sie finden den Newsletter auch hier: http://www.b-b-e.de/archiv-des-newsletters/newsletter-archiv-2014/1-quartal-2014/newsletter-nr-2-vom-622014/

oder als download:   [download id=“35″]

Bei Rückfragen können Sie sich jederzeit gerne an mich wenden.

Schließlich möchte ich Ihnen nochmals ganz herzlich für die Teilnahme danken – ohne Ihr Engagement und Ihre Bereitschaft wäre es nicht möglich gewesen, diesen sowohl repräsentativen als auch tiefen Einblick in Bürgerenergie-Projekte zu gewinnen. Sowohl für Wissenschaft, wie auch für Politik und Gesellschaft sind diese Informationen sehr hilfreich.

Ich hoffe, dass die Forschung und Verbreitung von Wissen auch Ihren Initiativen helfen und sie unterstützen kann. So haben viele BürgerInnen in der Umfrage angegeben, dass sie sich mehr Informationen wünschen.
Neben nackten Zahlen besteht das Fazit der Auswertung auch darin, dass sich sehr viele Bürgerinnen und Bürger sehr zufrieden zeigen und einfach froh sind, an dem Aufbau Erneuerbarer Energien teilzuhaben. Ich hoffe, dass dies auch in Zukunft gelingen wird.

In diesem Sinne beste Grüße

Jörg Radtke

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Jörg Radtke

Wissenschaftlicher Mitarbeiter
Institut für Ethnologie und Kulturwissenschaft
Arbeitsgruppe Energie und Infrastruktur
Universität Bremen
Raum 4110, Gebäude SFG
Tel. 0421/21867618

Postadresse:
Universität Bremen
Institut für Ethnologie und Kulturwissenschaft
Fachbereich 9
Postfach 330 440
28334 Bremen

Forschungsarbeit Bürgerbeteiligung

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich führe ein wissenschaftliches Forschungsprojekt zu Bürgerbeteiligungen an Erneuerbaren Energien durch – hierzu habe ich einen Fragebogen für beteiligte Bürger entwickelt.
Ich würde mich sehr darüber freuen, wenn Sie sich kurz Zeit nehmen und den Fragebogen online ausfüllen könnten. Das Ausfüllen dauert nur etwa 20 bis 30 Minuten. Klicken Sie hierfür einfach auf den folgenden Link:

 
https://umfragen.uni-siegen.de/limesurvey/index.php?sid=37879&lang=de

Es ist für das Forschungsprojekt sehr wichtig, dass Sie diesen Fragebogen ausfüllen, da die Anzahl der beteiligten Personen  gering ist. Wenn nur wenige teilnehmen, sind die Ergebnisse schlecht verwertbar und das gesamte Forschungsprojekt würde darunter leiden. Daher wäre es einesehr große Hilfe, wenn Sie den Fragebogen ausfüllen würden – er ist ab jetzt noch zwei Wochen verfügbar. Bei Rückfragen können Sie sich jederzeit an mich wenden.
Nochmals herzlichen Dank für Ihre Zeit und Hilfe!

Mit freundlichen Grüßen


Jörg Radtke

Zu meiner Person:

Mein Name ist Jörg Radtke (30 Jahre), ich bin Doktorand  an der Universität Siegen (sowie Dozent an der Universität Bremen) und führe ein Forschungsprojekt im Fach Politikwissenschaft zu  Bürgerbeteiligungen an Erneuerbaren Energien durch (völlig unabhängige Doktorarbeit). Es geht hierbei insbesondere darum, das zivilgesellschaftliche Engagement der Bürger näher zu untersuchen.
Im Rahmen dessen habe  ich einen Online-Fragebogen für beteiligte  Bürger bzw. Personen in  Energieprojekten (wie Energiegenossenschaften) entwickelt, welchen ich Ihnen gerne zukommen lassen würde. Die Umfrage wird bereits in etwa 60 Projekten eingesetzt.
Die Teilnahme an der Umfrage ist  anonym, alle Verbindungen sind verschlüsselt und zudem haben die  Datenschutzbeauftragten der Universität das Online-Verfahren und den konkreten Fragebogen überprüft.
Das  Forschungsprojekt ist auf die Informationen sehr angewiesen – da ohne würde  eine große Lücke zur wahrgenommenen Realität der Bevölkerung  bestehen.

Kontakt:
Jörg Radtke
Fachbereich 9
Universität Bremen
E-Mail: radtke@uni-bremen.de
Tel. 0421/21867618

Homepage:

 

Die Generalversammlung 2013 der Maxwäll-Energie Genossenschaft eG

Alle Mitgliederinnen und Mitglieder bitten wir

am Samstag, den 27. April 2013,  
von 14:30 Uhr bis 18:00 Uhr
in die Generalversammlung 2013 zu kommen.

Veranstaltungsort: Wied-Scala  |  Südstraße 1  |  57638 Neitersen

Wir danken Uli Hüsch und seinem Team schon an dieser Stelle, dass wir zu Gast sein dürfen.

Alle Mitgliederinnen und Mitglieder sind über die Tagesordnung und den Ablauf informiert.

 

Alternative Energien Kroppacher Schweiz (AEKS) GmbH im Netz!

Wir gratulieren unserem engen Kooperationspartner bei der Entwicklung von Windenergieanlagen zur Internetpräsenz. Prima, dass die Pioniere der Windkraft in der Region Westerwald nun auch im Netz zu finden sind:

AEKS GmbH
Karl-Heinz Groß, Geschäftsführer
Wilhelmstraße 4
57629 Heimborn

Kontakt:
Telefon: +49 2688 8256
E-Mail: karl-heinz.gross@aeks-energie.de
Internet: http://www.aeks-energie.de

Landesnetzwerk BürgerEnergieGenossenschaften Rheinland-Pfalz e.V. (LaNEG)

Maxwäll-Energie Genossenschaft eG ist Mitglied im LaNEG:

Energiegenossenschaften sind ein wichtiger Motor der Energiewende. Sie sind regional verankert und tragen damit zur guten Akzeptanz der erneuerbaren Energien bei. Bürgerbeteiligung und Mitbestimmung sind zentrale Anliegen bei der dezentralen Erzeugung erneuerbarer Energien. Dem Landesnetzwerk gehören schon mehr als 20 rheinland-pfälzische Energiegenossenschaften an. Idee unseres Zusammenschlusses, der seit März 2012 besteht, ist ein gemeinsames Handeln. Fragen, Probleme und Anliegen sind bei den Energiegenossenschaften sehr ähnlich. Und wer wüsste besser als die Mitglieder und Vorstände von Genossenschaften, dass wir gemeinsam häufig mehr erreichen können als jeder für sich. Gemeinsam wollen die Energiegenossenschaften im Land auch ihre Interessen nach außen vertreten und Werbung für den Genossenschaftsgedanken machen.

Weitere Infos und eine Übersicht der Mitglieder: http://www.laneg.de/startseite.html

Sind Genossenschaften das Wirtschaftsmodell der Zukunft?

Quelle: http://www.br.de/fernsehen/br-alpha/sendungen/alpha-campus/doku/genossenschaften-104.html  |  Autor: Andrea Roth, Stand: 09.01.2013

„Gut 18 Millionen Bundesbürger, als jeder Vierte!“, so die Bilanz des Deutschen Genossenschafts- und Raiffeisenverbandes, „sind derzeit Mitglieder einer Genossenschaft.“

Den Film „Gewinn für alle – Sind Genossenschaften das Wirtschaftsmodell der Zukunft?“ als alpha-Campus DOKU gibt es hier: http://www.br.de/fernsehen/br-alpha/sendungen/alpha-campus/genossenschaften-102.html

Weltweit boomen die kooperativen Betriebe und tragen zur wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung in vielen Ländern bei. Die UNO hat das Jahr 2012 zum Jahr der Genossenschaften ausgerufen, um auf diese Weise – in Zeiten einer globalen Finanz- und Wirtschaftskrise zu betonen, dass gemeinsames und verantwortungsvolles Engagement auf dem Wirtschaftsmarkt für nachhaltige Entwicklung wichtiger denn je sind. Dabei schien die Idee vom gemeinschaftlichen Einkaufen und Vermarkten, die der Sozialreformer Friedrich Wilhelm Raiffeisen vor gut 160 Jahren ins Leben gerufen hatte, in Deutschland allmählich abzusterben. Genossenschaft – das roch nach verstaubten Sparkassenkästchen und muffigem Saatgut, wurde oft sogar mit dem „Genossen“ im DDR-Regime gleichgesetzt. Doch spätestens seit der Finanz- und Wirtschaftskrise sind sie wieder präsent – und erleben einen Gründungsboom ungeahnter Ausmaße. Allein den Kreditgenossenschaften schlossen sich zwischen 2008 und 2010 rund 466.000 neue Mitglieder an. Denn spätestens in der Finanzkrise haben die meisten erkannt, dass die genossenschaftlichen Banken, die nicht renditefixiert und spekulativ arbeiten, ein krisenfestes Modell sind.
Doch nicht nur in dieser traditionellen Genossenschaftsform engagieren sich immer mehr Menschen: Sie entstehen im Patientenversorgungsbereich, Dienstleistungssektor, im Energiebereich, bei Freiberuflern, in Form von genossenschaftlichen Dorfläden oder Theatern und vieles mehr – überall dort, wo auch neuer Gemeinsinn gefragt und erwünscht ist. Vor allem entstehen sie auch zunehmend dort, wo sich Staat und Kommunen aus Finanzierung und Versorgung zurückziehen.

Selbsthilfe, Selbstverwaltung und Selbstverantwortung – dieses traditionelle Motto der Genossenschaften hat heute neues Leben bekommen: Viele Menschen wollen gemeinschaftlich und wirtschaftlich Anforderungen wieder selber in die Hand nehmen. Genossenschaften – sie haben einen wichtigen Stellenwert für die Zukunft der Gesellschaft und Wirtschaft.

Genossenschaften haben Geschichte

Die Idee zur Gründung erster genossenschaftlich geprägter Organisationen wurde buchstäblich aus der Not heraus geboren: Im Verlauf der Industriellen Revolution Mitte des 19. Jahrhunderts gerieten viele Bauern und kleine Handwerksbetriebe in finanzielle Notlagen. Die Sozialreformer Friedrich Wilhelm von Raiffeisen und Hermann Schulze Delitzsch waren es, die unabhängig voneinander die Grundzüge des Genossen-schaftswesens schufen: 1847 rief Raiffeisen den ersten Hilfsverein zur Unterstützung der notleidenden ländlichen Bevölkerung ins Leben und schuf Modelle für landwirtschaftliche Einkaufsgenossenschaften. Im Verbund konnten Bauern günstiger einkaufen und ihre Ernte vermarkten, oder sogar Darlehen bei den neu geschaffenen „Darlehnskassenvereinen“ aufnehmen. Unabhängig davon rief Hermann Schulze Delitzsch zeitgleich Hilfsvereine für Handwerker und später erste Kreditgenossenschaften ins Leben. Beide Sozialreformer vertraten die Auffassung, dass die Verbesserung der wirtschaftlichen Bedingungen nur durch den Zusammenschluss einzelner, schwacher Einheiten zu erreichen sei. Das Motto der ersten Genossenschaften gilt bis heute: Selbsthilfe, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung.

Was ist eine Genossenschaft?

  • Die Genossenschaft ist ein Kooperationsunternehmen und eine Rechtsform – wie auch die AG und die GmbH. Doch im Unterschied zu jenen ist sie nicht verpflichtet, Gewinne zu erzielen. Stattdessen sollen die Mitglieder gefördert werden. Dieser Förderauftrag ist im § 1 des Genossenschaftsgesetzes verankert.
  • Mitglieder einer Genossenschaft sind zugleich Eigentümer, Kapitalgeber und Kunden bzw. Nutznießer der Leistungen des Unternehmens.
  • Jedes Mitglied hat eine Stimme bei allen wichtigen Entscheidungen der Genossenschaft – und das unabhängig von der Höhe des eingesetzten Kapitals. Damit ist die Genossenschaft eine urdemokratische Unternehmensform.
  • Der Überschuss einer Genossenschaft, der erwirtschaftet wird, kommt allen zugute: Zum Beispiel in Form von Rückvergütungen an die Mitglieder.
  • Schon drei Personen können eine Genossenschaft gründen. Der Ein- und Austritt ist unkompliziert.
  • Eine Genossenschaft hat grundsätzlich drei Organe: die Generalversammlung wählt den Vorstand und den Aufsichtsrat. Der Aufsichtsrat kontrolliert den Vorstand, der Vorstand leitet das Unternehmen.
  • Jede Genossenschaft ist Teil des Genossenschaftsverbandes und wird regelmäßig durch diesen geprüft.

Gewinn für alle

Genossenschaften sind nicht kurzfristig, sondern langfristig orientiert. Da sie nicht kapitalorientiert sind, werden keine Spekulationen getätigt, keine Genossenschaftsanteile auf dem Finanzmarkt gehandelt.

Durch ihre Fokussierung auf die Mitglieder und durch die Kooperation mit den Genossenschaftsverbänden bieten Genossenschaften Stabilität: Nur 10 % aller Genossenschaften gehen pleite.

Keine andere Rechtsform bietet den Mitgliedern die Möglichkeit der Mitwirkung, Mitgestaltung und Mitverantwortung ohne staatlichen Einfluss. Dieses System hat sich weltweit in über 100 Ländern bei mehr als 800 Millionen Genossen durchgesetzt und bewährt. So ist z.B. in Kanada jeder dritte Einwohner Mitglied einer Genossenschaft. In der Elfenbeinküste finanzieren Genossenschaften Schulen, Krankenhäuser und Straßen. In Kuwait ist 80 % des Einzelhandels genossenschaftlich organisiert.

Buchtipps

  • Berthold Eichwald, Klaus Josef Lutz: Erfolgsmodell Genossenschaften. Möglichkeiten für eine werteorientierte Marktwirtschaft. Deutscher Genossenschafts-Verlag eG, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-87151-145-5
  • Werner Grosskopf, Hans-H. Münkner, Günther Ringle: Unsere Genossenschaft. Idee – Auftrag – Leistungen. Deutscher Genossenschafts-Verlag eG, Wiesbaden 2012, ISBN 978-3-87151-149-3
  • Hans-H. Münkner, Günther Ringle (Hrsg.): Neue Genossenschaften und innaktive Aktionsfelder. Grundlagen und Fallstudien. Nomos Verlag, 2010, ISBN 978-3-8329-5801-5
  • Konny Gelleneck (Hrsg.): Gewinn für alle! Genossenschaften als Wirtschafts-modell der Zukunft. Westend-Verlag 2012, ISBN 978-3-86489-010-9

Genossenschaften im Film

Artikel zum Thema

Der Gründungsprozess ist abgeschlossen

Jetzt ist die Maxwäll-Energie Genossenschaft e.G. beim Registergericht in Montabaur unter der Nr. GenR 20014 ins Genossenschaftsregister eingetragen. Damit sind die beiden Buchstaben i.G. für in Gründung als Anhängsel im Namen verschwunden. In Kürze laden wir alle Mitglieder zu einer kleiner Feierstunde und Informationsabend ein.

Von der Idee, über die Initiativgruppe zur Gründung im Herbst 2011, Bildung des Gündungsteams, der Gründungsversammlung im Mai 2012 bis zur Eintragung in Register in nur rund 8 Monaten!!

Gratulation an alle Mitwirkenden, Dank an alle Unterstützenden!

Im Aufschwung

12. Januar 2012

Genossenschaften sind unterschätzt. Das ist das Eine. Sie erleben gerade einen Gründungsboom, das ist das Andere. Burghard Flieger im Interview im Deutschlandradio.

Über die Hälfte aller Existenzgründungen sind sogenannte Teamgründungen. „Wenn die wachsen wollen, ist die Genossenschaft die ideale Organisationsform“, sagt Burghard Flieger. „Man kann mit vielen gleichberechtigt gemeinsam entscheiden und gleichzeitig: Man kann unkompliziert in die Unternehmung ein- und aussteigen.“

Sind wir reif für mehr Eigeninitiative, Engagement und damit für das Modell Genossenschaft? Ja, sagt Burghard Flieger. Neben der wirtschaftlichen Beteiligung bieten Genossenschaften Partizipation, Mitsprache … „Danach gibt es ein starkes Bedürfnis – und deshlab ist die Genossenschaft eine  ideale Antwort auf Politik- und Unternehmensverdrossenheit.“

Das Interview als Text:
Über die Hälfte aller Existenzgründungen sind sogenannte Teamgründungen. „Wenn die wachsen wollen, ist die Genossenschaft die ideale Organisationsform“, sagt Burghard Flieger. „Man kann mit vielen gleichberechtigt gemeinsam entscheiden und gleichzeitig: Man kann unkompliziert in die Unternehmung ein- und aussteigen.“

Sind wir reif für mehr Eigeninitiative, Engagement und damit für das Modell Genossenschaft? Ja, sagt Burghard Flieger. Neben der wirtschaftlichen Beteiligung bieten Genossenschaften Partizipation, Mitsprache … „Danach gibt es ein starkes Bedürfnis – und deshlab ist die Genossenschaft eine eine ideale Antwort auf Politik- und Unternehmensverdrossenheit.“

Zum ganzen Interview

Das Interview als Text