Energiewende ausgebremst – EU zwingt uns zur EEG-Reform

Quelle: frontal21

Der Strom aus Wind und Sonne in Deutschland sei zu teuer, heißt es immer wieder. Tatsächlich wird er in Europa nirgendwo sonst so günstig und effizient produziert wie hierzulande. Ein wichtiger Grund: das erfolgreiche deutsche Fördersystem mit Einspeisetarifen. Damit ist es aber bald vorbei. Die Europäische Kommission schreibt den Mitgliedsstaaten jetzt vor, ihre Fördersysteme auf Ausschreibungen umzustellen. Dabei zeigen die Erfahrungen in Europa, dass Ausschreibungen nicht zu einer erfolgreichen Energiewende führen. Kritiker befürchten, die Energiewende werde so ausgebremst und mit ihr die vielen Bürgerenergieprojekte, weil sie an den teuren Ausschreibungen nicht teilnehmen können. Dennoch setzt die Bundesregierung in ihrem Gesetzentwurf voll auf Ausschreibungen. Der Europaparlamentarier der Grünen, Claude Turmes, sieht darin einen Deal von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) mit der EU-Kommission: Deutschland rette die Industrieprivilegien bei den Ökostrom-Rabatten und opfere dafür das erfolgreiche deutsche Fördersystem und damit die Energiewende.Frontal21 über die EU-Pläne für Erneuerbare Energien.

hier die Sendung zum anschauen:

 

Förderprogamm für Solarstromspeicher startet im Mai

24. April 2013 Quelle: Energiewende jetzt

Ab 1. Mai 2013 fördert die staatliche KfW-Bank Batteriespeichersysteme für Dachsolaranlagen
mit maximal 30 kWp Leistung.

Mit dem KfW-Programm Erneuerbare Energien „Speicher“ solle die Markt- und Technologieentwicklung von Batteriespeichersystemen angeregt werden, so die KfW.

Die Förderung gilt für

  • neue Photovoltaikanlagen in Verbindung mit einem stationären Batteriespeichersystem, die an das elektrische Netz angeschlossen sind
  •  sowie für die „Nachrüstung“ eines Batteriespeichersystem für eine Photovoltaik-Anlage, die nach dem 31.12.2012 in Betrieb genommen wurde

Die KfW bietet den Betreibern einer Photovoltaikanlage mit Solarstromspeicher ein zinsgünstiges Darlehen und gewährt zudem einen Tilgungszuschuss in Höhe von
30 Prozent der förderfähigen Kosten

Zum KfW-Merkblatt

Solaranlagen müssen nachgerüstet werden

Quelle: RZ Altenkirchen, Betzdorf vom Freitag, 31. Mai 2013, Seite 22

PV-Anlagen-Betreiber werden angeschrieben

Die Betreiber von größeren Fotovoltaikanlagen (PV-Anlagen) sind verpflichtet, ihre Anlagen bis Ende August 2013 beziehungsweise bis Mai und August 2014 zur Netzstabilisierung umrüsten zu lassen. Hintergrund ist die in den vergangenen Jahren stark gestiegene Anzahl solcher Anlagen, die über das Erneuerbaren-Energien-Gesetz (EEG) gefördert werden. Neue Regelungen und technische Erweiterungen sollen sicherstellen, dass auch in Zukunft zu jeder Zeit Energienachfrage und Energieangebot im Gleichgewicht stehen. Westnetz, der Verteilnetzbetreiber im RWE-Konzern, schreibt alle betroffenen Anlagenbetreiber in diesen Wochen an.

„Bei zu starker Einspeisung, können sich sehr viele PV-Anlagen gleichzeitig abschalten. Dann geht das Stromangebot in einer Region sehr plötzlich stark zurück“, erklärt Frank Schwermer, Leiter des Westnetz-Regionalzentrums Sieg. Damit sich die Anlagen in Zukunft nicht gleichzeitig, sondern in einem gestuften Prozess vom Netz trennen, schreibt der Gesetzgeber die Nachrüstung vor. Kleinere Anlagen bis 10 Kilowatt (kW) Leistung sind von der Aktion nicht betroffen.

Im Netzgebiet der Westnetz müssen im ersten Schritt rund 2000 Anlagen mit einer Leistung von mehr als 100 kW bis Ende August 2013 nachgerüstet werden. In weiteren Schritten werden von Westnetz rund 13 000 Betreiber mit Anlagen von 30 bis 100 Kilowatt angeschrieben, die bis zum 31. Mai 2014 nachgerüstet werden müssen. Später werden weitere 34 300 Betreiber von PV-Anlagen mit 10 bis 30 Kilowatt Leistung angeschrieben. Diese Anlagen müssen bis zum 31. Dezember 2014 umgerüstet werden. Betroffen sind Anlagen, die zwischen den Jahren 2001 und 2011 angeschlossen wurden. Für die Anlagenbetreiber entstehen dabei keine Kosten, wenn der vom Netzbetreiber beauftragte Fachbetrieb die Nachrüstung durchführt.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter:

https://www.mitnetz-strom.de/irj/go/km/docs/z_ep_em_unt_documents/em/mitnetzstrom/Dokumente/FAQ-Liste_50-2-Hz_MITNETZ%20STROM.pdf

Globaler Atlas für Sonnen- und Windenergie online

Die Internationale Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) hat während ihrer Generalversammlung in Abu Dhabi den weltweit ersten globalen Atlas für erneuerbare Ressourcen veröffentlicht. Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) koordiniert die Entwicklung der neuen Internet-Plattform.

Der Atlas nutzt Datenbanken und Karten und ist im Internet frei zugänglich. Das DLR hat mit seinem Wissen in der Energie-Systemmodellierung, der Fernerkundung und der Verarbeitung von Geodaten wesentlich zur Entwicklung beigetragen.
Der globale Atlas ist die bisher größte Initiative, um Ländern und Unternehmen dabei zu helfen, die Potentiale erneuerbarer Energien weltweit zu ermitteln. Dabei bringt er Daten und Karten von den führenden technischen Institutionen und privaten Unternehmen zusammen. Zur Zeit können Daten zu Solar- und Windenergie abgerufen werden. Informationen für weitere erneuerbare Ressourcen sollen 2013 und 2014 folgen.

Mächtiges Werkzeug für den Ausbau der Erneuerbaren Energien

Die internetbasierte Plattform –  www.irena.org/GlobalAtlas  – soll das Bewusstsein über die weltweiten erneuerbaren Ressourcen erhöhen und Ländern helfen, die in ihren Ausbau investieren wollen. „In den nächsten zehn Jahren erwarten wir einen starken Anstieg der Investitionen in Erneuerbare Energien. Der globale Atlas für Solar- und Windenergie wird dabei helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen“, sagte Martin Lidegaard, Dänischer Minister für Klima, Energie und Bauwirtschaft und Präsident der dritten Generalversammlung der IRENA.
Auch für Adan Z. Amin, den Generaldirektor der IRENA, ist der Globale Atlas ein mächtiges Werkzeug beim Ausbau der Erneuerbaren Energien: „Mit 22 Ländern, die sich nun an dieser Initiative beteiligen und weiteren Interessenten, ist dies ein klares Signal unseres politischen Willens zum Übergang zu sauberer, erneuerbarer Energie.“
Das offene und flexible Internetportal wurde federführend in der Abteilung Systemanalyse und Technikbewertung des DLR-Instituts für Technische Thermodynamik in Stuttgart entwickelt. Carsten Hoyer-Klick, Koordinator des technischen Teams: „Mit unserem Wissen in der Energiesystemmodellierung, der Fernerkundung und der Verarbeitung von Geodaten konnten wir das internationale Team aus Wissenschaftlern der weltweit führenden Institutionen ideal unterstützen.“
Die bei der Entwicklung des Portals involvierten Institutionen waren das National Renewable Energy Lab (USA), Mines-ParisTech (Frankreich) und das Masdar Institute (Vereinigte Arabische Emirate).

EUROSOLAR legt Eckpunkte für die Fortentwicklung des EEG vor

Die Beschleunigung der dezentralen Energiewende spart Kosten und ist der wirtschaftlich vernünftigste Weg

Quelle: Eurosolar

„Das EEG ist weltweit das erfolgreichste Konzept zur Umsetzung der Energiewende“, erklären EUROSOLAR-Präsident Prof. Peter Droege und der Vorsitzende der EUROSOLAR-Sektion Deutschland Dr. Axel Berg. Um die wirtschaftlichen und sozialen Chancen der Energiewende optimal zu nutzen, sind bei der nächsten Novelle des EEG nach der nächsten Bundestagswahl einige Änderungen erforderlich. Mittelständische Wirtschaft, Energiegenossenschaften, Handwerker, Land- und Forstwirtschaft, Kommunen, Stadtwerke, Maschinenbauunternehmen, die anlagenproduzierende Industrie sowie die Bürgerinnen und Bürger sind die Träger der dezentralen Energiewende. Durch sie entsteht Wertschöpfung in der Region (2011: 8,9 Milliarden Euro in Deutschland). 380.000 Arbeitsplätze sind dadurch bereits entstanden. „Für die Volkswirtschaft ist die dezentrale Energiewende der beste Weg“, erklären Droege und Berg.

Mit den Überlegungen des Bundesumweltministers zur Energiewende würde das EEG zu einem teuren Instrument zur Förderung der großen Energiekonzerne umfunktioniert. Sein zugleich ausgerufenes Ziel zur Verlangsamung der dezentralen Energiewende ist für die Volkswirtschaft der schlechteste Weg und bedeutet für die dynamisch wachsenden regionalen Wertschöpfungsketten in den Bundesländern von Schleswig-Holstein bis Bayern und von Nordrhein-Westfalen bis Brandenburg den Zusammenbruch. Eine Verlangsamung der Energiewende nütze nur den großen Energiekonzernen und ihrer Oligopolstellung. EUROSOLAR legt nun frühzeitig Vorschläge zur mittelfristigen Überarbeitung des EEG vor.

Das Eckpunkte-Papier finden Sie hier
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Veränderte EEG-Vergütungssätze von PV-Anlagen ab dem 1.4.2012 im Überblick

Quelle: Bundesverband Solarwirtschaft

Inbetriebnahme Dachanlagen bis 10 kWp (Ct/kWh) Dachanlagen 10 – 40 kWp (Ct/kWh) Dachanlagen ab 40 kWp (Ct/kWh) Dachanlagen ab 1.000 kWp bis 10 MWp und Freiflächenanlagen bis 10 MWp (Ct/kWh)
Ab 01.04.2012 19,50 18,50 16,50 13,50
Ab 01.05.2012 19,31 18,32 16,34 13,37
Ab 01.06.2012 19,11 18,13 16,17 13,23
Ab 01.07.2012 18,92 17,95 16,01 13,10
Ab 01.08.2012 18,73 17,77 15,85 12,97
Ab 01.09.2012 18,54 17,59 15,69 12,85
Ab 01.10.2012 18,36 17,42 15,53 12,71

Wichtiger Hinweis:
Nach Änderungen des Vermittlungsausschusses vom 27. Juni 2012. Vorbehaltlich endgültiger Verabschiedung des Gesetzes! (Entscheidung des Bundesrates spätestens am 6. Juli 2012, Vergütungssätze treten rückwirkend in Kraft)

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